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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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beobachten, wartete Roland Graeme lediglich mit Ungeduld aufdie Rückkehr Katharinens, vermuthlich in der Hoffnung, daßdie Aufforderung zu geschwisterlicher Umarmung erneuert wer-den würde, da seine Großmutter geneigt schien, überall ihrenWillen durchzusetzen.

Allein auch dies Mal wurden seine Erwartungen oderHoffnungen, wenn wir sie so nennen sollen, getäuscht. Dennals Katharine auf den Ruf der Aebtissin wieder eintrat undeine irdene Wasserschüsscl und vier hölzerne Teller und Becherauf den Tisch stellte, verfolgte die Dame von Heathergill, zu-frieden mit der Willkühr, mit welcher sie den Widerspruch derAebtissin niedergeschlagen, ihren Sieg nicht weiter eine Mäßi-gung, für welche ihr Enkel ihr schlechten Dank wußte.

Katharine fuhr unterdessen fort, ein ärmliches Einsiedlcr-mahl aufzutragen, welches fast lediglich aus abgebrühtem Kohlbestand, gewürzt mit ein wenig Salz und aufgetragen in einerhölzernen Schüssel, und wozu kein besseres Bciessen gegebenward, ials grobes Gerstenbrod in geringer Menge. Das er-wähnte Wasserbecken enthielt das einzige Getränk. Nach einemlateinischen, von der Aebtissin gesprochenen Tischgebet, setztensich die Gäste zu ihrer kärglichen Mahlzeit nieder. Die Ein-fachheit derselben schien bei dem weiblichen Theil -der Gesell-schaft kein Unbehagen zu erwecken. Sie aßen nicht viel, aber,wie es schien, mit Appetit. Allein Roland Graeme war anbessere Kost gewöhnt. Herr Halbert Glendinning, welcher inseiner Haushaltung den Großen zu spielen liebte, führte eineWirthschaft, wie die großen Herren im nördlichen England.Wahrscheinlich gedachte er hierdurch um so mehr sich als denhinzustellcn, wozu er geboren war; als einen großen Landherrnund als Hauptmann einer Kriegerschaar. Zwei Ochsen undsechs Schafe wurden wöchentlich geschlachtet, wenn er zu Hause