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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Rein, gute Schwester," sprach sie,Ihr vergeht, daßKatharine die verlobte Braut des Himmels ist. Solche Ver-traulichkeiten können nicht stattsindcn."

Es ist in der Sache des Himmels, daß ich ihnen gebiete,sich zu umarmen!" rief Magdalene mit der vollen Kraft ihrergewaltigen Stimme.Der Zweck, Schwester, heiligt die Mit-tel, welche wir anwendcn müssen."

Wer mit mir spricht, nennt mich Frau Aebtissin oder we-nigstens Mutter," cntgcgnete Dame Brigitte, indem sie wiebeleidigt durch das gebieterische Wesen ihrer Freundin, sich indie Brust warf.Die Frau von Hcathergill vergißt, daß siemit der Aebtissin von S. Katharinen spricht."

Als ich das war, was Ihr mich nennt," versetzte Mag-dalene,da wäret Ihr allerdings Aebtissin von S. Katharinen.Aber beide Namen sind jetzt hin sammt dem Rang, den dieWelt und die Kirche daran geknüpft hatten, und wir sind jetztin den Augen der Menschen zwei arme, verachtete, unterdrückteWeiber, die ihr Alter ohne Ehre einem ärmlichen Grabe zu-schlcppen. Aber was sind wir in den Augen des Himmels?Diener, ausgesandt seinen Willen zu thun, in derenSchwachheit die Stärke der Kirche soll offenbaret werden,vor denen zu Schanden werden soll die Weisheit Murrays undMortons finstere Macht. Und auf Solche willst du die be-schränkenden Regeln klösterlicher Abgeschlossenheit anwenden?hast du den Befehl deines Oberen vergessen, den ich dir vorge-zeigt habe, und der dich mir in diesen Dingen unterwirft?"

Auf dein Haupt falle denn das Aergerniß und die Sünde,"sprach die Aebtissin mürrisch.

Ich nehme sie auf mich," erwiderte Magdalene.Um-armt Euch, Kinder."

Allein Katharine, welche vcrmuthlich vorausgcsehen hatte,