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Dies hier war ihr Kloster, und darin befanden sich zwölf Non-nen mit einer Aebtiffin. Meine Tante war die Aebtissin, bisdie Ketzer Alles zerstört haben."
„Und wo sind Eure Gesellschafterinnen?" fragte Roland.
„Wo der Schnee vom vorigen Jahr ist," antwortete dasMädchen; „nach Osten, Norden, Süden und Westen; Einigenach Frankreich, Andere nach Flandern, Andere, fürcht' ich,in die Welt und ihre Lüste. Wir haben Erlaubnis erhalten,hier zu bleiben, oder vielmehr zu unserm Hicrbleibcn hat mandie Augen zugedrückt, weil meine Tante mächtige Verwandteunter den Kerrs hat und diese eine Todfehde gedroht haben,wofern Jemand Hand an uns legte. Bogen und Speer sinddie besten Gewährsmänner in dieser Zeit."
„Also sitzt Ihr in einem sicheren Schirm," versetzte derJüngling, „und ich denke, Ihr habt Euch halb blind geweint,als Sanct Katharine ihre Haushaltung aufgab, noch ehe IhrHandgeld in ihrem Dienst genommen."
„Still! ums Himmels willen!" rief die Jungfer, sich be-kreuzend; „kein Wort mehr davon. — Aber die Augen Hab' ichmir nicht ausgewcint," fügte sie hinzu, indem sie dieselben aufihn und dann auf ihre Arbeit richtete. Es war einer derBlicke, welche die dreifache Erzplatte um das Herz mehr nöthigmachen, als der Seemann sie braucht, dem Horaz sie em-pfiehlt. Unser Edelknabe hatte gar keine Schutzwehr.
„Was meint Ihr dazu, Katharine," sing er an, „wennwir, die wir so sonderbarer Weise zu der nämlichen Zeit ausdem Dienst gekommen sind, unseren beiden hochverehrten Duen-nas das Licht zu halten gäben, und einen lustigen Tanz überden Fußboden dieser elenden Welt anfingcn?"
„Ein trefflicher Vorschlag, wahrhaftig," entgegnctc Katha-rine, „würdig des verrückten Gehirns eines fortgejagtcn Edel-