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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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ruft. Beim heiligen Andreas! die Hand, welche die Lanze füh-ren kann, steht über der Gewalt der Kunkel. Ich will ihnenbei erster Gelegenheit die abgcstreifte Halfter in den Händenlassen und cs ihnen anheimgcben, ihre Pläne mit ihre» eignenKräften auszuführen. Ein solcher Schritt mag sie Beide vorGefahr behüten; denn ich meine, was sie im Schild führen, istkein Kinderspiel. Der Graf von Murray und seine Ketzereisind zu fest gewurzelt, um durch zwei alte Weiber umgeworfcnwerden zu können."

Indem er zu diesem Entschluß kam, traten sie in ein nie-driges Gemach ein, in welchem eine dritte weibliche Person saß.Er bemerkte, daß dies das erste Gelaß im Hause war, worinsich bewegliche Sitze vorsandcn. Ucbcrdcm stand ein hölzerner,mit einem Stück gewirkter Tapete bedeckter Tisch darin, derBoden war mit einem Teppich belegt, das Kamin hatte einenRost kurz das Zimmer sah wohnlich aus.

Rolands Augen fanden indeß bald bessere Beschäftigung,als die Musterung des Stubengeräthes. Die zweite Bewohnerindes Hauses schien ihm sehr verschieden von allem Anderen, waser darin gesehen hatte. Bei seinem Eintreten hatte sie die bei-den alten Frauen mit einer stummen tiefen Verbeugung begrüßt,und dann mit einem Blick auf Roland bescheiden einen überihren Rücken herabhängendcn Schleier vor's Gesicht gezogen,ohne dabei weder eine erkünstelte Hast noch Verlegenheit undAengstlichkcit blicken zu lassen. Während dieser Bewegung hatteRoland Zeit das Gesicht in soweit zu betrachten, daß er urthciltc,ein nicht viel über sechzehn Jahr altes Mädchen mit eben sosanften als strahlenden Augen vor sich zu haben. Zu diesensehr günstigen Bemerkungen gesellte sich die Gewißheit, daß derschöne Gegenstand einen herrlichen, vielleicht an Wohlbeleibtheitstreifenden Wuchs hatte, folglich eher einer Hebe als einer Sylphe