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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Sie konnte zwischen fünfzig und sechzig Jahren alt sein.Ihr Blick hatte einen Ausdruck von Schwermut!), welcher, anUnzufriedenheit streifend, den Rest von Schönheit verdunkelte,welchen das Alter auf ihren Zügen gelassen hatte. Ihre Klei-dung war schmucklos und gering, dunkelfarbig und, wie dieMagdalencns, einer Ordcnskleidung ähnlich. Strenge Säuber-lichkeit derselben und Reinlichkeit ihrer Person schien anzudcuten,daß diese Frau, wenn gleich arm, doch nicht zu schmutziger,trostloser Dürftigkeit herabgesunken und noch immer insoweitan's Leben gefesselt war, daß sie den Sinn für Anstand, wennauch nicht für Schmuck, nicht verloren hatte. Ihr Benehmen,wie ihre Züge und ihre Gestalt ließen auf eine Herkunft undErziehung schließen, die mit ihrer jetzigen ärmlichen Lage nichtübereinstimmten. Kurz, ihr ganzes Aussehen erweckte den Ge-danken:Die Lebensgcschichte dieser Frau muß wiffenswürdigsein." Während Roland diese Bemerkung machte, hörte dasFlüstern der beiden Weiber auf, die Herrin vom Hause nähertesich ihm, und betrachtete ihn mit Aufmerksamkeit und, wie esschien, mit Thcilnahme.

Das ist also, Schwester Magdalenc, der Sohn Eurer un-glücklichen Tochter'?" fragte sie.Und ihn, den einzigen Spröß-ling von Eurem alten Stamm, wollt Ihr der guten Sacheweihen?"

So ists, beim heiligen Kreuz!" antwortete Magdalcne inihrem gewohnten entschlossenen Ton.Der guten Sache weiheich ihn, wie er ist: Fleisch und Fell, Sehne und Knochen, Leibund Seele!"

Du bist ein glückliches Weib, Schwester," erwiderte ihreFreundin,daß du, erhaben über menschliche Neigung undmenschliche Gefühle, ein solches Opfer an die Hörner des Altarsbinden kannst. Wäre ich dazu berufen worden, einen so zarten