Allein alle diese Verzierungen, ebenfalls aus dunkelrothen Qua-dern wie das ganze Gebäude, waren zerstört, und die Bruch-stücke von Nischen und Simsen lagen auf dem Hof umher.Der Haupteingang war vermauert; ein schmaler, dem Ansehennach wenig betretener, Pfad führte zu einem mit starken ei-sernen Nägeln beschlagenen Thürchen. Hier klopfte MagdaleneGraeme drei Mal an, indem sie nach jedem Klopfen wartete,bis es von Innen erwidert war. Nach dem dritten Mal gingdie Thür auf, und ein blasses abgemagertcs Weib erschien undsprach: „Dsnsckicti, cgii veniunt in nomine Domini." Sietraten ein und die Thürhüterin schloß hastig hinter ihnen zu.
Dieselbe führte die Ankömmlinge durch einen engen Ein-gang auf einen geräumigen geplatteten Vorplatz, welcher ringsmit steinernen Bänken umgeben war. Am entgegengesetztenEnde befand sich ein großes Fenster mit mehren Abtheilungen,von denen einige vermauert waren, so daß dieser Raum sehrdüster war.
Hier machten sie Halt, und die Frau vom Hause — die-selbe, welche die Thüre geöffnet hatte — umarmte Magdalene,begrüßte sie mit dem Namen Schwester und küßte sie feierlichauf beide Wangen.
„Der Segen Unserer Lieben Frauen über Euch, Schwester,"waren ihre nächsten Worte, welche Rolanden keinen Zweifel überihren Glauben ließen, wenn er auch nicht schon ohnedem gewißgewesen wäre, daß seine ehrwürdige und eifrige Führerin nir-gends anders rasten würde, als in der Wohnung rechtgläubigerKatholiken. Die beiden Weiber sprachen einige Worte im Ge-heimen, so daß er Zeit hatte, die Freundin seiner Großmuttergenauer zu betrachten.
') Gesegnet seien die, welche im Namen des Herrn kommen.