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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Fasten und Beten, statt mich anzusehen mit einer Miene, alshättest du bloß einen Knopf aus deiner Mütze verloren."

Mutter," antwortete der Jüngling,beruhigt Euch. Ichwill meinen Fehler bekennen in der nächsten Beichte, zu der ichGelegenheit finde, und ich will thun, was der Priester mir alsBeiße aufcrlegt. Mehr kann ich für das schwerste Vergehennicht thun. Aber, Mutter," fuhr er nach einer augenblick-lichen Pause fort,laßt cs Euch nicht ferner mißfallen, wennich Euch frage, wohin unsere Reise geht, und was ihr Zweck ist.Ich bin kein Kind mehr, ich bin ein Mann, der selber übersich verfügt. Ich habe Flaum am Kinn und ein Schwert ander Seite. Ich will Euch zu gefallen mit Euch bis an's Endeder Welt gehen; aber ich bin es mir selber schuldig, nach Zielund Zweck der Wanderung zu fragen."

Du bist es dir selber schuldig, undankbarer Knabe?" fragtedie Alte, auf deren längst erblichener Wange die Rothe desZornes «ufstieg.Dir selber bist du Nichts schuldig, kannst duNichts schuldig sein. Mir bist du Alles schuldig: dein Leben,als du ein kleines Kind warst, deinen Unterhalt, als du gehenund stehen konntest, die Mittck des Unterrichts und die Hoffnungauf Ehre. Ehe du die edle Sache verlassen solltest, der ichdich geweiht habe, wollte ich dich lieber als Leiche zu meinenFüßen sehen!"

Beunruhigt durch die heftige Aufregung, mit welcher siesprach, und welche ihren alten Körper zu erschüttern drohte,beeilte sich Roland zu antworten:Ich vergesse Nichts vondem, was ich Euch verdanke, thcucrste Mutter. Zeigt mir, wiemein Blut meine Dankbarkeit bewähren kann, und Ihr solltsehen, ob ich es spare. Aber blinder Gehorsam ist so wenigverdienstlich, wie vernünftig."

Heilige und Engel!" rief Magdalene,muß ich diese