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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Sohn," fuhr sie fort, aus dem Tone der Ucbcrspannung wiederin den mütterlicher Zärtlichkeit übergehend;schlaf' du sanft,während du noch jung bist, und während die Sorgen des Tagesin dem Schlummer des Abends noch ertödtct werden können.Dein Beruf ist von dem meinigcn verschieden, und so sind esauch die Mittel, durch die wir uns zur Erfüllung desselben be-fähigen und stärken müssen. Bon dir wird Leibesstärke ver-langt, von mir Stärke der Seele."

Diesen Worten gemäß bereitere sie mit Geschick eine Lager-stätte aus dem trockenen Laube, welches früherhin dem Ein-siedler und feinen gelegentlichen Gästen als Bett gedient hatte,und welches in einem Winkel der Aufmerksamkeit der Zerstörerentgangen war. Sic verbesserte das Lager durch einige Klei-dungsstücke, welche zerrissen auf dem Boden umher lagen.Sorgsam jedoch suchte sie alle diejenigen Lappen heraus,welche zur priestcrlichen Kleidung gehört zu haben schienen,und legte sic, als zu heilig für gemeinen Gebrauch, bei Seite-Das Bett, welches sie mit geübter Hand aus den übrigen be-reitete, war so, daß es jedem müden Manne behagen mußte,dabei litt sie nicht, daß Roland ihr zur Hand ging,- ja siewies sein Anerbieten dazu mit Unwillen zurück und eben soseine Aufforderung, daß sie die Ruhestätte für sich selber be-nutzen möchte.Schlaf' du, Roland Gracme," sprach sie,schlaf' du, verfolgtes, enterbtes Waisenkind, Sohn einer un-glücklichen Mutter! Schlaf' du. Ich gehe in die Kapelle, umneben dir zu beten."

Ihre Redeweise war zu schwärmerisch, zu entschieden, alsdaß der Jüngling fernere Einsprache hätte versuchen sollen.Indem Roland sich ihrem Willen fügte, empfand er jedocheine gewisse Scham darüber. Es war, als hätte sie die Jahrevergessen, die seit ihrer Trennung verflossen waren, und als