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Roland Gracme war durch frühe Gewohnheit und durchden geheimnißvollen Laut ihrer Worte von zu tiefer Scheu er-füllt, als daß er etwas Näheres über das von ihr angcdeuteteBorhaben hätte erfragen sollen. Auch sie drängte ihn nichtweiter auf diesen Gegenstand hin. Nachdem sie ihr Gebet oderihren Aufruf beendigt, faltete sie feierlich die Hände, schlugLas Kreuz und redete dann ihren Enkel mehr im Ton des ge-meinen Lebens an.
„Du mußt weg von hier," sprach sie; „aber nicht vorMorgen. — Wie willst du es mit deinem Nachtlager halten?Du bist verweichlicht worden, seit der Zeit, wo wir Reisegefähr-ten waren auf den nebligen Bergen von Cumberland undLiddesdale."
„Zum Wenigsten, gute Mutter, habe ich die damals geüb-ten Gewohnheiten nicht verlernt. Ich kann hart liegen undmit schmaler Kost vorlieb nehmen, ohne daß es mir wehe thut.Nach der Zeit, wo ich mit Euch über die Berge wanderte, binich Jäger, Fischer und Vogelsteller gewesen, und solche Leutepflegen unter schlechterem Obdach zu schlafen, als der Freveluns hier gelassen hat."
„Als der Frevel uns hier gelassen hat!" wiederholte dieAlte und schwieg dann einen Augenblick. — „Sehr wahr, meinSohn! Gottes gehorsame Kinder sind jetzt am übelsten auf-gehoben, wenn sie in Gottes eignem Hause und im Besitzthumseiner Heiligen weilen. Wir werden hier kalt schlafen im Nacht-wind, der durch die von der Ketzerei gebrochenen Lücken bläst.Die, so sie gemacht haben, werden wärmer liegen jetzt — undauch in der Ewigkeit!"
Dies Weib mit seinen sonderbaren, unheimlichen Redenschien für Roland Graeme noch ganz die sorgliche Liebe bewahrtzu haben, welche Personen ihres Geschlechts gegen ihre Pfleg-