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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Jüngling.Ich habe ihr Brod gegessen, ich habe ihre Gunstgenossen; ich will sie weder verletzen noch verrathen."

Davon später, mein Sohn," sprach die Alte; aber merkedir, es kommt dir nicht zu, Bedingungen zu machen bei Er-füllung deiner Pflicht und zu sagen: Das will ich thun unddas nicht. Nein, Roland! Gott und Menschen werden nichtlänger dir Verworfenheit dieses Geschlechtes dulden. Siehst dudiese Bruchstücke? Weißt du, was sic vorstellen? und kannstdu denken, daß cs dir zukommt, Ausnahmen zu machen beieiner Art, die so von Gott verflucht ist, daß sie Alles verwirft,entweiht, lästert und zerstört, was uns geboten ist, zu glauben,was uns geboten ist, heilig zu halten?"

Während sie sprach, senkte sie das Haupt nach dem zer-brochenen Bild mit einem Ausdruck von Zorn und heiligemEifer und zugleich mit dem schwärmerischer Frömmigkeit. Dielinke Hand, wie zur Ablegung eines Gelübdes cmporhebend,fuhr sie fort:Sei mein Zeuge, heiliges Bild unserer Erlösung,sei mein Zeuge, du Heiliger im Himmel, in dessen entweihetemTempel wir stehen, daß, so wie nicht zur Befriedigung meinereignen Rache mein Haß dies Volk verfolgt, ich auch nicht ausGunst und irdischer Zuneigung gegen irgend Einen unter den-selben die Hand vom Pfluge abzichcn werde, wenn er durch diegeweihte Furche gehen soll! Sei mein Zeuge, Heiliger im Him-mel, selber einst flüchtig, wie wir jetzt, sei mein Zeuge, Gnaden-muttcr, Himmelskönigin, seid meine Zeugen, Engel und Heilige!"

Ihre Augen waren bei dieser feierlichen Rede nach demzerbrochenen Deckcngewölbe cmporgerichtct und zu den Sternen,welche jetzt im Zwielicht zu flimmern begannen, und ihre langen,grauen, auf die Schultern hcrabfallendcn Haarflechten wurdenvom Nachtwind bewegt, der durch die Lücken im Mauerwerkund durch das zerbrochene Fenster cindrang.

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