III
Wenn aber auch in manchen Fällen die Zerstörung derkatholischen Gebäude nach der Anschauungsweise jener Fraueine Handlung der Gerechtigkeit, in anderen eine Handlungder Politik sein mochte, so ist doch nicht zu leugnen, daß dieLust, Denkmäler alter Frömmigkeit und Freigebigkeit zu zc«-stören, zumal in einem armen Land, wie Schottland, wo keineAussicht auf Ersatz war, nutzlos, unheilvoll und abscheulich ge-nannt werden muß.
Anspruchlose und ruhige Zurückgezogenheit hatte den Mönchzu St. Cuthbert bisher vor dem allgemeinen Verderben gerettet,aber endlich hatte cs ihn doch erreicht. Begierig zu erfahren,ob ihm persönlich kein Leid widerfahren sei, trat RolandGraeme in die halbzerstörte Zelle ein.
Das Innere des Gebäudes befand sich in einem Zustande,welcher vollkommen die durch die äußeren Verletzungen erreg-ten Erwartungen rechtfertigte. Die wenigen ärmlichen Gerätheder Hütte des Einsiedlers waren zerbrochen und lagen zerstreutauf dem Boden, wo, wie es schien, mit einem Lheil der Bruch-stücke ein Feuer eingemacht worden war, um den Rest zu zer-stören, namentlich das kunstlose alte Bild St. Cuthberts imBischofsschmuck. Dies Bild lag auf dem Herd, wie einst Dagon,zerschmettert mit der Axt und von den Flammen versengt, jedochnur theilweise zerstört. In dem kleinen Gemach, welches alsKapelle diente, war der Altar umgestürzt, und die vier großenSteine, aus welchen er bestanden, lagen verstreut auf dem Bo-den. Das große steinerne Crucifix in der Nische hinter demAltar, welches den Betenden gegenüber gestanden hatte, warniedergeworfen und durch sein eignes Gewicht in drei Stückezersprungen. An jedem dieser Stücke sah man Spuren vonSchmiedehämmern, doch hatte die Festigkeit des Steines einegänzliche Zerstörung verhindert, so daß man trotz der Berstüm-