Druckschrift 
5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
96
Einzelbild herunterladen
 

einen Goldgnldcn oder zwei in der Tasche zu haben, möchte ichdazu gekommen sein wie ich wollte. Wollt Ihr vielleicht mirmir gehen in meines Vaters Haus, das heißt für eine Nacht,denn auf morgen erwarten wir unseren Oheim Nickel mit allseinen Leuten wie gesagt, für eine Nacht."

Die lieblose Beschränkung des Anerbietens einer Unterkunftauf eine einzige Nackt und die geringe Herzlichkeit des Anerbie-tens überhaupt empörte Rolands Stolz.Lieber will ich aufdem frischen Haidekraut schlafen, wie ich manche Nacht ohneNoth gethan habe, als in der räucherigen Höhle Eures Vaters,die nach Braunkohlendunst und Schnaps riecht, wie eines Hoch-länderes Mantel."

Meinetwegen, junger Herr, wenn Ihr so ekel seid," ver-setzte Rolf Fischer.Ihr werdet vielleicht noch Gott danken,wenn Ihr ein Braunkohlenfeucr riecht und einen Schnaps, fallsIhr lange in der Weise wandert, wie Ihr vorhabt. Ihr hät-tet die Finger lecken sollen nach meinem Anerbieten. Nicht Je-der hat Lust, sich Unwillen zuzuziehen durch Herbcrgung einessortgeschickten Dieners."

Rolf," sprach Roland Graeme,erinnert Euch, daß ichEuch seiner Zeit durchgewichst habe, und dies ist dieselbe Reit-gerte, welche Ihr geschmeckt habt."

Rolf, ein vierschrötiger ausgewachsener Bauernlümmcl undsich seiner völligen Ueberlegcnhcit bewußt, lachte verächtlich überdie Drohungen des seingcbauten Jungen.Es ist vielleichtnoch derselbe Stock, aber nicht mehr derselbe Rock," versetzte-er,und dieser Reim ist so gut, als stände er in einem Lied. ^Seht, weiland meiner gnädigen Frau Edelknabe, wenn Ihr EureGerte aufhobt, da war es nicht Furcht vor Euch, sondern vordenen über Euch, die meine Gerte unten hielt, und ich weißnicht, was mich abhält, alte Schulden mit diesem Hasclstecken