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5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
89
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ckannt, so vornehm wie sie, die nie an einen andern Günstlinggedacht hat, außer ihrer Kammerjungfcr versteht sich, im-mer mit der gebührenden Rücksicht für den alten treuen Hof-meister."

Wahrlich, Jungfer Alias," versetzte der Hofmeister,ichsehe halb und halb, worauf Ihr abzielt, aber ich besorge,Euer Bolzen möchte sei» Ziel nicht erreichen. Wenn es mirunsrer gnädigen Frau so steht, wie cs Euch beliebt anzuneh-men, dann wird weder Eure zerknitterte Flügelhaube (übrigensallen Respcct vor derselben, Jungfer Alias) noch mein Silber-haar oder meine Goldkctte die Leere ausfüllen, welche RolandGraeme in ihren Freistunden lassen wird. Es wird sich ei»gelehrter junger Lhcolog mit einer neuen Lehre, ein gelehrterArzt mit einem neuen Mittel, oder cs wird sich ein kühnerRitter finden, dem die Gunst nicht versagt werden wird, ihreFarben beim Ringelrcnncn zu tragen, ei» schlauer Harfner,der einem Weib das Herz aus dem Leibe spielen kann, wieSignor David Rizzio unserer armen Königin gethan habensoll. Das sind die Leute, welche den Verlust eines hübschen. Günstlings ersetzen, nicht aber ein alter Hofmeister oder eineKammcrjungfer in mittleren Jahren."

Meinetwegen," versetzte Alias.Ihr habt Erfahrung,Meister Wingatc, und ich wünschte von Herzen, unser Herrließe ab von seinen Kreuz- und Qucrritten und sähe auf seinHauswesen. Nächstens wird Papistcrei unter uns zum Vor-schein kommen. Was meint Ihr, was ich unter des HcrrleinsKleidern gefunden habe? Einen goldncn Rosenkranz, Ave undCredo- Ich sage Euch, ich bin darüber hcrgefallcn wie einHabicht."

Ich zweifle nicht daran, ich zweifle nicht daran," sprachder Hofmeister pfiffig mit dem Kopf nickend.Ich habe oft