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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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bloß als Gemahl der Erbin zusrand. Allerdings verstattelc erunwürdigen Gefühlen nicht, sich in seinem Gcmüth festzusctzen,aber von Zeit zu Zeit kamen sic doch wieder und entgingennicht der sorgenvollen Beobachtung seiner Gemahlin.

Sic pflegte dann bei solchen Gelegenheiten zu sich zu sa-gen:Wären wir mit Kindern gesegnet, hätte unser Blutsich vereinigt in einem Sohn, welcher die Vorzüge meiner Ab-kunft mit meines Gemahls persönlichem Werth hätte verbindenkönnen, dann würden diese widerwärtigen, peinlichen Betrach-tungen unsere Vereinigung nicht einen Augenblick gestört haben.Aber ein Erbe, in welchem unsere Zuneigung wie unsere An-sprüche hätten zusamincnfließcn können, ist uns versagt."

Diescmnach ist cs nicht zu verwundern, daß cs der Burg-frau peinlich war, ihren Gemahl auf diesen Gegenstand gemein-schaftlicher Unzufriedenheit kommen zu sehen. Sic bemühtesich, ihn davon abzulcnkcn.Wie mögt ihr," sprach sic,mitEuren Gedanken bei Dingen verweilen, welche eben so unab-änderlich als unbedeutend sind? Habt Ihr wirklich keinenNamen zu behaupten? Ihr, der Gute und Tapfere, der Weiseim Rath, der Starke im Streit habt Ihr nicht den Ruhmzu wahren, den Eure Thatcn gewonnen, einen Ruhm, derehrenvoller ist, als eine Ahnenreihc ihn gewähren kann? GuteMänner lieben und ehren Euch, die Bösen fürchten, die un-ruhigen Köpfe gehorchen Euch. Sollte cs überflüssig sein, Euchanzustrcngcn, um Euch die Dauer dieser Liebe, dieser Ehre,dieser heilsamen Furcht, dieses nothwcndigcn Gehorsams zusichern?"

Während sic so sprach, zog das Auge ihres Gemahles Muthund Trost aus dem ihrigen, und cs strahlte, als er ihre Handergriff und antwortete:Du hast recht, Liebchen, und ich ver-diene deinen Tadel, daß ich vergesse, was ich bin, über dem