Druckschrift 
5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
45
Einzelbild herunterladen
 

45

indem die tiefen grünen Wogen neben meinem Pfühl dahin roll-ten, und nur ein dünnes Brett mich von ihnen trennte."

Lieber Halbcrt," sprach die Edclfrau,das hieß wirklich,Gott versuchen. Ich habe Euch nie geheißen, das Schwereabzuschnallen oder die Lanze aus der Hand zu legen, nie, still zuliegen, wenn die Ehre Euch gebot aufzustchcn und aufzusitzcn.Aber sind nicht Klinge und Speer Gefahr genug für einesMannes Leben? Warum wollt ihr Euch den schäumenden Wo-gen und tobenden Fluthcn anvertraucn?"

Wir haben," antwortete Glcndinning,in Deutschlandund in den sogenannten Niederlanden Glaubcnsbrüdcr, mitwelchen cs gut ist, in Verbindung zu treten. Zu solchen binich geschickt worden in einem eben so wichtige» als geheimenGeschäft. Wohlbehalten bin ich hin -, und ohne Gefahr zurück,gekommen. Es ist mehr Lebensgefahr zwischen hier und Ho-lvrood, als auf der ganzen See, welche die flachen KüstenHollands bespült."

Und das Land, Halbcrt? und das Volk?" fragte Maria.Gleichen sie unseren treuherzigen Schotten? Oder wie beneh-men sie sich gegen Fremde?"

Es ist ein Volk, Marie, stark in seinem Reichthum, deralle anderen Völker schwach macht, und schwach in den Künstendes Krieges, durch welche andere Völker stark sind."

Ich verstehe Euch nicht," sagte die Frau.

Die Holländer und Flamändcr, Marie, wenden ihreKraft auf den Handel und nicht auf den Krieg Ihr Rcich-rhum erkauft ihnen die Arme fremder Söldner, mit welchen siedenselben vertheidigen. Sic errichten Deiche an den Sceküstenzum Schutz des Landes, welches sic gewonnen haben, und siewerben Regimenter unerschrockener Schweizer und herzhafterHochdeutscher, zum Schutz der Schätze, welche sie aufgchäuft ha-