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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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schlafen; wer aber den Adel errungen hat, der muß stets imSattel sein, um zu beweisen, daß er seine Beförderung ver-dient."

Während er so sprach, blickte seine Gattin ihn zärtlich an,als wollte sie ihm in der Seele lesen, denn der Ton, in welchemer sprach, war der der Niedergeschlagenheit.

Herr Halbert war derselbe und doch auch wieder ein An-derer, als er in früheren Jahren gewesen war. Das unbefan-gene Jugendfeuer hatte dem strengen Ernst des bewährten Krie-gers und geschickten Politikers Platz gemacht. Tiefe Spurenvon Sorgen waren sichtbar auf seinen edlen Zügen, über welcheehedem Erregungen nur wie leichte Wölkchen an einem som-merlichen Himmel hingegangen waren. Zwar nicht bewölkt,aber still und ernst wie der Himmel eines Herbstabends, warjetzt sein Antlitz. Seine Stirn war höher und kahler als infrüher Jugend. Seine Locken, welche noch immer dick unddunkel auf seinem übrigen Haupte sich kräuselten, hatten sichan den Schläfen verloren, nicht in Folge der Jahre, sonderndurch das stete Tragen des Helmes oder der Sturmhaube.Sein Bart wuchs, der damaligen Mode gemäß, kurz und dickauf den Oberlippen als gedrehter Kncbelbart, am Kinn alsZwickel. Seine Wange, von Wind und Wetter gebräunt, hattenicht mehr die Gluth der Jugend, sondern die kräftige Farbethätiger und vollendeter Mannheit. Halbert Glendinning warmit einem Wort ein Ritter, geeignet, an eines Königs Seitezu reiten, im Krieg sein Banner zu tragen, im Frieden seinRathgebcr zu sein. Sein Blick drückte die besonnene Festigkeitaus, welche weise Entschlüsse fassen und kühne Thaten vollbrin-gen kann.

Auf diesen edlen Zügen nun ruhetc jetzt ein Ausdruck vonNiedergeschlagenheit, welcher ihm selber unbewußt war, der aber