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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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konnte, wie gern er ihrem Willen getrotzt habe» würde, wenner nur die Kraft dazu gehabt hätte.

Frau von Avencl ärgerte sich über die Aufregung, in welchedieser unbedeutende Vorfall sie versetzt hatte in einem Augen-blick, wo alle ihre Gedanken und Empfindungen durch die Rück-kehr ihres Gatten in Anspruch genommen sein sollten. Aberdie Ruhe wird nicht wicdergewonnen durch das bloße Bewußt-sein, daß Aufregung nicht an ihrem Platz ist, die Rothe desUnwillens war noch nicht auf ihren Wangen verschwunden,die Unruhe ihres ganzen Wesens hatte sich noch nicht gelegt,als ihr Gemahl ohne Helm, aber sonst noch in voller Rüstung indas Gemach trat. Sei» Erscheinen verbannte jeden anderenGedanken; sie eilte auf ihn zu, umschlang die in Eisen gehüllteGestalt und küßte sein mannhaftes und kriegerisches Gesichtmit eben so aufrichtiger als augenscheinlicher Zuneigung. DerKrieger erwiderte ihre Umarmungen und Liebkosungen mitgleicher Zärtlichkeit. Die romantische Gluth dieser Empfindunghatte sich im Lauf der Jahre, welche seit ihrer Verehelichungverflossen waren, gemindert, dagegen hatte die auf klarem Be-wußtsein beruhende Zuneigung zugcnommen, und des Rittershäufige Abwesenheit von seinem Schloß machte es unmöglich,daß dieselbe durch Gewohnheit hätte in Gleichgültigkeit über-gehen können.

Nachdem die ersten stürmischen Begrüßungen vorüber waren,betrachtete die Frau mit Zärtlichkeit ihres Mannes Antlitz undsprach:Ihr seht angegriffen aus, Halbert; Ihr seid heut scharfund weit geritten, ober Ihr seid unwohl gewesen."

Ich bin imincr wohl gewesen, sehr wohl, liebe Marie,"antwortete der Ritter,und ein langer Ritt ist, wie duwohl weißt, für mich etwas Gewohntes. Wer edelgcborcn ist,kann sein Leben auf seiner Burg oder auf seinem Edelhof vcr-