keit gegen seine Laune» sich gefallen zu lassen und zu fordern.Der Kaplan hätte freilich dieser Anmaßung cntgegentreten könnenund würde cs ohne Zweifel gern gethan haben. Aber das Ge-schäft, einige streitige Punkte der Kirchenzucht mit seinen Amts-brüdern in's Reine zu bringen, hielt ihn eine Jeitlang vomSchloß entfernt in einem andern Lheil des Königreichs zurück.
So stand es auf Schloß Avenel, als der gellende, langge-zogene Ton eines Hifthorns von dem Secufer herüberschalltcund bald lustig von dem Wächter erwidert ward. Frau vonAvenel kannte das Blasen ihres Gemahles und eilte an dasFenster ihres Gemaches. Eine Schaar von etwa dreißig Speer-reitcrn mit fliegendem Fähnlein zog längs den Krümmungendes Ufers hin und näherte sich dem Damm. Woran ritt einReisiger, in dessen Rüstung sich die Octobersonnc spiegelte.Schon in dieser Entfernung erkannte Frau Maria den hohenFederbusch, in welchem ihre Hausfarben mit denen der Glendo-wyne und mit dem Steineichenzweig vereinigt waren. Derfeste Sitz, die würdevolle Haltung des Reiters und der stolzeTritt des dunkelbraunen Rosses kündigte Halbert Glendin-ning an.
Die erste Empfindung der Edclfrau war Entzücken überihres Gemahles Rückkehr, — die zweite war ein Anflug vonmehrfach schon gehegter Besorgniß, daß er die Bevorzugungmißbilligen möchte, mit welcher sie ihren verwaiseten Pfleglingbehandelte. In dieser Besorgniß lag das Bewußtsein, daß ihreGunstbezeigungen übertrieben waren.
Halbert Glendinning war gewiß eben so sanft und nachgie-big, wo nicht mehr, als er fest und vernünftig in seiner Haus-haltung war, und insbesondere gegen sie war sein Verhaltenstets zärtlich gewesen. Dennoch fürchtete sic, bei dieser Gelegen-heit möchte ihr Benehmen ihr von Halbert Tadel zuzichen.