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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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jene Gegend oft hcimgcsucht ward, schweres Unglück erlitt«!hatte und aus ihrem Wohnort vertrieben worden war. Warumsie in den Weiler gekommen war; wußte kein Mensch. DieEinen hielten sie für eine Hexe, die Andern für eine eifrigeProtestantin, wieder Andere für eine katholische Betschwester.Ihre Sprache war gcheimnißvoll, Ihr Benehmen abstoßend.Alles was man aus ihrem Gespräch abnehmen konnte, war, daßsie entweder durch einen Zauber oder durch ein Gelübde gebun-den war, und daß eine unbekannte Macht auf sic wirkte.

Diese Angaben über Magdalene Gracme waren zu unbe-deutend und widersprechend, als daß Frau von Avenel daraushätte einen genügenden Schluß ziehen mögen. Der Jammerder Zeit und die wcchsclvollen Schicksale, denen die Grenzgegen-dcn unterworfen waren, jagten unaufhörlich wehr- oder schutz-lose Leute von Haus und Hof. Man sah solche Leute zu oftim Land herumziehcn, als daß man viel auf sie geachtet hätte.Sic erhielten Unterstützung, ohne viel Lheilnahmc zu finden.Denn wenn auch in einigen Herzen die Gefühle der Mensch-lichkeit sich regten, so wurden dieselben in anderen erkaltetdurch die Betrachtung, daß der, welcher heute gab, morgenin den Fall kommen konnte, betteln zu müssen. Unter solchenVerhältnissen war Magdalene Gracme wie ein Schatten in derNachbarschaft von Schloß Avenel erschienen und verschwunden.

Der Knabe, den sie der Burgfrau überlassen hatte, warbald der erklärte Liebling seiner Beschützerin, welche sich in demGedanken gefiel, daß die Vorsehung sic zur Pflegerin für ihnbestimmt habe. Ihre zärtlichen Gefühle hatten jetzt einen Ge-genstand gefunden, den sie lange und schmerzlich vermißt hatte.Das finstere und einsame Schloß erhielt jetzt in ihren Augeneine freundlichere Gestalt. Ihre liebste Beschäftigung war,ihn lesen und schreiben zu lehren, so weit sie cs konnte, für

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