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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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seine Annehmlichkeiten zu sorgen und seine kindischen Spiele zubeobachten. In ihrer Lage, wo sie nichts weiter hörte, als dasBrüllen des Rindviehes von den gegenüberliegenden Bergen,oder den schweren Tritt des Wächters, der auf seinen Postenging, oder das Lachen der spinnenden Magd, um welches sicdieselbe fast beneidete in einer solchen Lage hatte die Be-schäftigung mit dem blühenden Knaben eine Annehmlichkeit,welche Diejenigen sich nicht leicht vorstellen können, welche unterfreundlicheren, belebteren Umgebungen wohnen. Der jungeRoland war für Frau von Avencl, was die am Fenster deseinsamen Kerkers blühende Blume für den sie pflegenden Ge-fangenen ist. Er war ein Gegenstand, der ihre Sorgfalt inAnspruch nahm und zugleich belohnte, und indem sie ihm ihreZuneigung schenkte, fühlte sie sich gewissermaßen zum Dankgegen ihn verpflichtet dafür , daß er sie aus dem Zustand dum-pfer Gleichgültigkeit erlöst harte, in welchem sie sich gewöhnlichwährend der Abwesenheit des Ritters befunden.

Doch war der Zauber, den dieser Liebling über sie übte,nicht im Stande, die Besorgnisse zu zerstreuen, welche sich baldwieder über die verlängerte Abwesenheit ihres Gemahls erhoben.Bald nachdem Roland Gracme unter die Schloßbcwohncr aus-genommen war, brachte ein von Herrn Halbert abgcsandterReitknecht die Nachricht, daß wichtige Geschäfte den Ritter nocham Hof von Holyrood zurückhiclten. Der ferne Zeitpunkt,welchen der Bote für die Rückkehr seines Herrn bezeichnet hatte,verstrich, aus Sommer ward Herbst, und der Herbst wollteschon dem Winter Platz machen, und er kam immer noch nicht.