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„Macht Eure Verneigung, Dame!" rief Lilias der abge-hcnden Alten zu, „macht eure Verneigung gegen die gnädigeFrau und dankt ihr für ihre Güte, wie cs sich geziemt."
Magdalenc Gracme drehte sich um gegen das diensteifrigeKammermädchen und sprach: „Laß sie ihre Verneigung gegenmich machen und ich will sie erwidern. Warum sollt' ich michvor ihr beugen? Etwa deswegen, weil ihr Rock von Seide istund der Meinige von blauer Sackleinwand? Geh, du Kammer-kätzchen. Wisse, daß der Rang des Mannes seinem Weibe ihreStellung anweist, und daß diejenige, welche den Sohn einesgemeinen Kerls hcirathet, nur eines Bauern Braut ist, wäresic auch eines Königs Tochter."
Lilias wollte ihrer Entrüstung freien Lauf lassen, alleinihre Gebieterin legte ihr Stillschweigen auf und gab Befehl,die Alte wohlbehalten an's Land zu führen.
„Wohlbehalten zu führen!" rief das erboste Kammermäd-chen aus, während Magdalcne Gracme das Zimmer verließ.„Ich würde sagen: taucht sie in den See, — und dann wollenwir sehen, ob sie eine Hexe ist oder nicht, wie Jedermann drübenim Dorf sagt und beschwört. Ich begreife nicht, wie Ew.Gnaden so lange ihre Frechheit dulden konnte."
Das Gebot der Edelfrau ward vollzogen. Die Alte wardaus dem Schlosse hinausgeführt, und wirklich verließ sie nochan demselben Abend den Weiler, ohne daß Jemand fragte, wo-hin sie gehe. Frau von Avcnel erkundigte sich, unter welchenUmständen sie zuerst erschienen war, erfuhr aber weiter Nichts,als daß man sie für die Wittwe eines angesehenen Mannesaus dem Geschlecht Graeme hielt, welches damals in dem so-genannten Streitigen Land wohnte, (d. h. in einer Gegend,welche oft Gegenstand des Haders zwischen England und Schott-land gewesen) — daß sie bei einem der Streifzüge, mit welchen
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