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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Verlaßt Euch darauf, Dame," erwiderte die Frau vonAvcnel,der Knabe soll gehalten werden, als war' er meinleiblicher Sohn. Wollt Ihr ihn jetzt sehen?"

Nein!" antwortete die Alte barsch;cs ist genug, daßich scheide. Ich gehe forr, meine Sendung auszurichtcn. Ichwill mein Herz nicht erweichen durch unnütze Lhränen undKlage, wie Eine, die keinen Beruf hat."

Wollt Ihr nicht Etwas annchmcn zur Unterstützung aufEurer Pilgerfahrt?" fragte Frau von Avenel, indem sie ihrzwei Sonnenkroncn in die Hand legte. Das alte Weib warf sicauf den Tisch und rief:Bin ich von Kains Art, stolze Frau,daß Ihr mir Gold bietet für mein Fleisch und Blut?"

Das ist mir nicht eingefallen," erwiderte sanft die Edcl-irau.Eben so wenig bin ich die stolze Frau, als welche Ihrmich bezeichnet. Mein Schicksal hätte mich Dcmuth lehrenkönnen, wäre sie mir nicht angeboren."

Die Alte schien ihren strengen Ton ein wenig herabzu-stimmen und sprach:Ihr seid von edlem Blut, sonst hätteunsere Unterredung nicht so lange gedauert. Ihr seid vonedlem Blut," wiederholte sic, abermals sich in die Brust wer-fend, und solchen Leuten steht der Stolz wohl an, wie dieFeder auf dem Wäret. Aber diese Goldstücke, gnädige Frau,müßt Ihr zurücknchmen. Ich brauche kein Geld, ich brauchenicht zu sorgen und zu sagen: wie oder von wem werde ich un-terhalten werden. Lebt wohl und haltet Wort. Laßt EureThore sich öffnen und Eure Zugbrücken fallen. Ich ziehe fortnoch diesen Abend. Wenn ich wiedcrkomme, wcrd' ich strengeRechenschaft von euch fordern, denn ich lasse euch den Juwelmeines Lebens! Schlaf wird nur auf Augenblicke über michkommen, Speise wird mich nicht erquicken, Ruhe nicht stärken,bis ich Noland Gracme wicdersehe. Nochmals, lebt wohl."