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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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gewahrte, als sich gewöhnlich unter groben Kleidern findet.Frau von Avenel erkannte ihr Gesicht in dem Augenblick, wo sieeintrat. Es war in dem Hause Gebrauch, daß jeden Sonntagund an zwei Abenden in der Woche Heinrich Warden in derSchloßcapelle predigte. Die Ausbreitung des protestantischenGlaubens war für den Ritter von Avenel zugleich Sache desGewissens und der Politik. Die Dorfbewohner waren darumc,geladen, sich zu den Belehrungen Wardens einzusinden, undviele von ihnen waren bald für die Lehre gewonnen, wel-cher ihr Gebieter und Beschützer anhing. Diese Borträge warenübel vermerkt worden vom Abt Eustachius und hatten dieBitterkeit seines Streites mit seinem alten Universitätsfrcundvermehrt. So lange die Königin Maria noch nicht entthrontwar, und so lange die Katholischen in den Grenzlandschaftennoch hin und wieder das Uebergewicht besaßen, hatte er mehrals ein Mal gedroht, seine Lehnlcute aufzubietcn und SchloßAvenel, die feste Burg der Ketzerei, zu stürmen und der Erdegleich zu machen. Aber trotz des Abtes Zorn und trotz derAbneigung des Landes gegen die neue Religion war HeinrichWarden unermüdet in seiner Arbeit und bekehrte allwöchent-lich Einen oder Mehrere von dem römischen Glauben zur re-formirrcn Kirche. Zu seinen fleißigsten Zuhörern zählte sichdas alte Weib, deren hohe und auch sonst auffallende Gestaltsich der Edelfrau beim Gottesdienst bcmerklich, gemacht hatte.Schon mehr als ein Mal hatte sie gefragt, wer diese ansehn-liche Person sei, deren Wesen so wenig zur Acrmlichkeit ihrerKleidung stimmte. Man hatte ihr immer geantwortet: sie seieine Engländerin, welche sich für einige Zeit in dem Weileraufhalte, Niemand aber wisse etwas Weiteres von ihr. Jetztfragte sie sie selber nach ihrem Namen und nach ihrer Herkunft.

Magdalene Graeme ist mein Name," antwortete die