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5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
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Gnädige Frau," entgegnete der Prediger mit der, denreformirten Geistlichen jener Zeit eignen Kühnheit,wenn Ihrmeiner Ermahnungen überdrüssig werdet, wenn ich sehe, daßmeine Dienste Euch und dem edlen Ritter, Eurem Gemahl,nicht länger wohlgefällig sind, so möchte ich daraus abnehmcn,daß mein Meister will, ich soll nicht länger hier weilen, undin diesem Fall will ich, um seinen Segen über Euer Haus be-tend, hinausziehcn in jene Wüstenei, wäre es auch im tiefenWinter oder um Mitternacht, und durch diese wilden Bergewandern so einsam, aber hülfloser wie damals, wo ich zuerstmit Eurem Gemahl in der Schlucht Glendearg zusammentraf.Aber so lange ich hier bin, will ich Euch nicht von dem wah-ren Weg abweichen sehen, auch nicht ein Haarbreit, ohne desGreises Stimme und Vorstellung vernehmen zu lassen."

Nein," sagte die Frau, welche den guten Mann liebteund achtete, obwohl sein in ihren Augen übertriebener Eiferfür sie zuweilen verletzend war,auf diese Weise wollen wirnicht von einander gehen. Weiber sind lebhaft und stürmischin ihren Gefühlen. Aber glaubt mir, meine Wünsche und Ab-sichten mit diesem Kind sind von der Art, daß Ihr und meinGemahl dieselben billigen werdet." Der Geistliche verbeugtesich und zog sich auf sein Zimmer zurück.