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gekommen. Wolf, der, wie manche große Hunde seiner Art,ein guter Schwimmer war, hatte den Gegenstand der Besorg-nsß seiner Herrin bemerkt, lief von ihr weg und suchte die nächsteStelle, von wo aus er sicher in den See springen konnte. Mitdem wunderbaren Jnstinct, welchen diese herrlichen Thiere beiso vielen Gelegenheiten bewährt haben, schwamm er geradcs-wegs auf den Fleck zu, wo seine Hülfe so sehr nöthig war,faßte des Knaben Unterkleid und hielt ihn nicht nur über demWasser, sondern zog ihn auch nach dem Damm hin. Der Kahn,mit zwei Männern besetzt, begegnete dem Hund auf halbemWeg und nahm ihm seine Bürde ab. Man landete am Dammdicht beim Burgthor, an welchem Frau von Avencl mit zweiMägden bereit stand, dem bewußtlosen Kind die nöthige Hülsezu leisten.
Der Knabe wurde in's Schloß gebracht, auf ein Bett ge-legt und alle Mittel, ihn in's Leben zurückzurufen angewendet,welche die Kenntnisse jener Zeit und die Geschicklichkeit vonHeinrich Warden an die Hand gab. Einige Zeit lang warAlles vergebens, und Frau von Avencl betrachtete mit unaus-sprechlicher Sorgfalt das blasse Gesicht des schönen Kindes. Esschien zehn Jahr alt zu sein. Seine Kleidung war von dergeringsten Art, aber sein langes Lockcnhaar und seine edelnZüge stimmten nicht zu dieser Aermlichkeit. Der stolzeste Land-herr Schottland's würde noch stolzer gewesen sein, hätte er diesKind seinen Erben nennen können. Während Frau von Avenel,vor Angst kaum athmend, ihren Blick auf dem wohlgebildctcn,ausdrucksvollen Gesicht ruhen ließ, kehrte ein leichter Anflugvon Rothe auf dasselbe zurück, das unterbrochene Athmcn be-gann sich wiederherzustcllen, das Kind holte einen tiefen Seuf-zer und öffnete die Augen, was beim menschlichen Antlitz dieselbeWirkung hervorbringt, wie das Licht auf eine Landschaft, streckte