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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Knaben liefen längs dem Ufer her, um cs am jenseitigen Uferin Empfang zu nehmen und in Sicherheit zu bringen, undsuchten sich einander zuvorzukommen, indem sie wie Hirschkälberam steinigen Rand des Sees hinsprangcn. Die klebrigen, deneneine solche Reise zu beschwerlich war, blieben zurück und beobach-teten die Bewegungen des Feenschiffchcns von dem Ort auS,wo es in's Wasser gelassen worden war. Der Anblick dieserLust fiel der kinderlosen Frau von Avcnel schwer auf's Herz.

Warum gehört keiner dieser unschuldigen Plauderer mir'! "fuhr sie im Lauf ihrer schwermüthigen Betrachtungen fort.Ihre Eltern können kaum die ärmlichste Nahrung für sie auf-treiben, und ich, die ich ihnen Speise die Fülle geben könnte,ich bin verurtheilt, nie ein Kind mich Mutter nennen zu hören!"

Dieser Gedanke siel ihr auf's Herz mit einer Bitterkeit,welche fast Neid war, so tief ist der Wunsch nach Kindern derweiblichen Brust eingcpflanzt. Sie drückte ihre Hände zusam-men, als ränge sie dieselben im Uebermaß von Trostlosigkeit,wie Eine, von der im Buch des Schicksals geschrieben stand:kinderlos." In diesem Augenblick kam ein großer schlankerHund herbei, leckte ihr die Hand und drückte seinen langen Kopfgegen dieselbe. Er erhielt dafür die begehrte Liebkosung, alleindie Beschäftigung mit dem Thier verscheuchte hei Frau Marianicht die traurigen Empfindungen.

Wolf," sagte sie, als ob das Thier ihre Klagen verste-hen könnte,du bist ein herrliches Thier, aber die Liebe undZuneigung, welche ich geben möchte, sind höherer Art, als dirzu Theil werden kann, obwohl ich dich sehr gern habe." Undals wollte sie sich gegen Wolf entschuldigen, daß sie ihm einenTheil ihrer Zuneigung vorcnthalte, streichelte sie seinen stolzenKopf und Hals, und er, ihr in die Augen sehend, schien zufragen, was ihr fehle, oder was er thun könne, um seine An-

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