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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Dorfes trieb. Das Brüllen der Kühe schien die MilchmädchenHerbeizurufe», die mit lustigem, gellendem Gesang, jede ihrenEimer auf dem Kopf, herauskamen, ihr Abcndgeschäft zu be-sorgen. Die Frau von Avcnel schaute und horchte. Die Töne,welche sie vernahm, erinnerten sie an frühere Tage, wo ihrwichtigstes Geschäft und zugleich ihre größte Lust gewesen war,der Dame Glendinning und der alten Libb Lacket zu helfen,die Kühe zu Glendearg zu melken. Diese Erinnerung erwecktein ihr schwermüthigc Empfindungen.

Warum war ich nicht," sprach sie,das Baucrmädchen,wofür mich Jedermann ansehcn mußte! Halbert und ich, wirhätten dann unser Leben friedlich in der Schlucht hingebracht,wo er geboren war, ungestört durch die Trugbilder der Furchtund des Ehrgeizes. Sein größter Stolz wäre denn gewesen,die schönste Heerde im Stift aufzuwcisen; seine größte Gefahr,einen diebischen Schnapphahn von der Grenze zurückzutreiben,und die größte Entfernung, welche uns getrennt hätte, wäredurch die Jagd eines verlaufenen Stücks Wild veranlaßt worden.Was hilft das Blut, welches Halbert vergossen? wozu nützendie Gefahren, welchen er sich aussetzt, um einen Namen undRang zu behaupten, der ihm theuer ist, weil er ihn von mirhat, den wir aber nie auf eine Nachkommenschaft bringen wer-den! Denn mit mir hört der Name Avenel auf."

Sie seufzte bei diesen Betrachtungen. Indem sie nach demSecufer hinsah, ward ihr Blick durch eine Gruppe Kinder vonverschiedenem Mer gefesselt, welche versammelt waren, die ersteFahrt eines kleinen, von einem Künstler des Dorfes verfertig-ten, Schiffes mit anzuschen. Es wurde vom Stapel gelassenunter dem Jauchzen und Händeklatschen der Kleinen und segelterasch dahin mit einem günstigen Wind, welcher es äuf die andereSeite des Sees zu bringen versprach. Einige der größeren