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5 (1851) Der Abt
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hen und daß vier ober fünf Mann bereit sein mußten, auf dasgeringste Anzeichen einer Gefahr hin aufzufitzen und auszurciten.

So stand es auf dem Schloß, als einst der Ritter von Avenel(wie Herr Halbcrt Glendinning gewöhnlich genannt wurde) nacheiner Abwesenheit von mehren Wochen zu Hause erwartet wurde.Ern Tag nach dem andern verging, und er kehrte nicht zurück.Briefe wurden damals selten geschrieben, und hätte der Ritterauf diesem Wege eine Mitthcilung machen wollen, so hätte ereinen Schreiber zu Hülfe nehmen müssen. Ueberdem warenWege und Stege unsicher, und Jedermann hütete sich Zeit undZiel einer Reise bekannt zu machen, weil er dann immer daraufrechnen durfte, unterwegs mehr Feinde als Freunde anzutref-fen. Eben darum war der Tag von Herrn Halberts Rückkehr,nicht bestimmt; derjenige jedoch, auf welchen die Zärtlichkeitseiner Gemahlin gerechnet hatte, war längst verstrichen, undgetäuschte Hoffnung begann ihr Herz krank zu machen.

Es war am Abend eines heißen Sommertagcs, um die Zeit,wo die Sonne eben hinter den fernen westlichen Bergen vonLiddesdale untergchen wollte, daß die Frau von Avenel ihreneinsamen Spaziergang an den Brustwehren einer Reihe vonGebäuden machte, welche die Vorderseite der Burg bildeten,und auf deren geplattetem Dach man bequem umherwandelnkonnte. Die Spiegelfläche des Sees, nur selten durchfurchtvon einer Kriechcnte oder einem Wasserhuhn, war von den.Strahlen der Abendsonne vergoldet und warf das Bild derBerge zurück, von welchen er cingeschlossen war. Die übrigenseinsame Scene war belebt durch die Stimmen der Kinder indem Dorf, welche, durch die Entfernung gemildert, das Ohrder Frau erreichten, oder durch den Ruf des Hirten, der seinVieh aus deb'Schlucht, wo es den Tag über geweidet hatte,um größerer Sicherheit willen für die Nacht in die Nähe des

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