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sicher glaubte, als innerhalb der Mauern des festen Hauses einessicheren Freundes. Doch unterließ er nicht, seiner Sache nochimmer eben so eifrig mit der Feber zu dienen, wie früher mitder Zunge, und auf diesem Wege führte er einen hitzigen Streitüber das Meßopfer mit dem Abt, ehemals Subprior, Eustachiusvon Kcnnaquhair. Antworten, Repliken, Duplikcn, Tripliken,Quadruplikcn folgten ununterbrochen aufeinander und entfalte-ten, wie es bei solchen Streitigkeiten gewöhnlich ist, eben soviel Eifer wie christliche Liebe. Dieser Streit machte bald ebenso viel Aufsehen, wie der Federkrieg des Johann Knox mit demAbt von Crosraguel, war beinahe eben so wüthend und förderteWerke zu Tage, welche in den Augen von Bibliographen vcr-muthlich eben so wcrthvoll sind.*) Eine solche Beschäftigungaber machte den Theologen nicht zum angenehmsten Gesellschaf-ter für eine einsame Frau, und sein ernstes, rauhes, gedanken-volles Wesen, wobei er selten an irgend Etwas Anthcil nahm,was nicht mit seinem Beruf in Verbindung stand, vermehrteeher die Düsterheit, welche auf Schloß Avencl ruhte. Die Arbeiteneiner großen Zahl von Mägden zu überwachen, war die Haupt-beschäftigung der Frau von Avencl, außerdem beschäftigte sieder Spinnrocken, die Bibel und ein einsamer Spazierganghinter den Brustwehren des Schlosses oder auf dem Damm,oder — was seltener der Fall war — am Ufer des kleinenSees. Die Unsicherheit war damals so groß, daß, wenn siesich über das Dörfchen hinauswagte, der Burgwart auf demThurm Befehl hatte, genau nach allen Richtungen hin zu spä-
') Die Abhandlungen welche in dem Streit zwischen dem schottischenReformator und Quentin Kennedy, dem Abt von CroSraguel, erschienen,geboren zu den seltensten Slucken in der schottischen Bibliographie. SicheMac Crie's Leben von Knor S. rss.