„Wohin, Sire?" fragte Crawford; „Ihr seid hier amsichersten bei euren eigenen Leuten."
„Nicht doch," sagte Ludwig; „ich muß sogleich zum Herzog.Er muß in diesem kritischen Momente von unsrer Treue überzeugtwerden, sonst werden wir Lütticher und Burgunder auf einmalauf dem Halse haben." Und sich auf das Pferd schwingend,trug er Dunois den Befehl über die französischen Truppenaußerhalb des Hauses auf, und Crawford hieß er die Bogcn-schützengarde und andre Truppen seines Haushalts zur Verthci-digung des Lusthauses und seiner Umgebungen anwcnden. Erbefahl ihnen noch zwei größere und zwei kleinere Stücke Geschützherbcizubringen, die etwa eine halbe Meile zurückgeblieben wa-ren, unterdessen aber ihren Posten zu behaupten, keineswegs jedochvorzudringcn, so glücklich sich auch das Gefecht für sic wendenmöchte. Nachdem er diese Befehle gegeben, ritt er mit geringerBegleitung nach dem Quartiere des Herzogs.
Den Verzug, welcher gestattete, daß man all diese Einrichtun-gen gehörig treffen konnte, verdankte man nur dem glücklichenUmstande, daß Quentin den Eigenthümer des Hauses erschossenhatte, welcher der Colonne zum Führer diente, die es angrei-fen sollte, und deren Angriff, wenn er sogleich unternommenworden wäre, jetzt sicher gelungen sein würde.
Durward, der auf des Königs Befehl diesen zum Quartieredes Herzogs begleitete, fand den letztern in einem Zustandereizbaren Unmuthcs, welcher ihn fast unfähig machte, diePflichten eines Generals zu erfüllen, was nie nothwendigerwar, als eben jetzt, denn außer dem Lärmen eines heftigenGefechts, welches sich nun in der Vorstadt auf dem linkenFlügel ihrer ganzen Armee entspannen hatte, — außer demAngriffe auf des Königs Quartier, welches auf dem Mittel-punkte standhaft behauptet wurde, — war eine dritte Colonne