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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
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diese Kunde nur persönlich und zwar den beiden Fürsten zu-gleich mitzulheilcn; vielleicht weil er suhlte, daß, wofern ereinen so wohl ausgedachten, glücklichen Plan Ludwig privatimmittheilte, dies für die zweideutige Treue dieses Monarcheneine zu starke Versuchung sein und ihn verleiten möchte, denbeabstchtigtcn Ausfall eher zu fördern, als zuruckzutreiben. Erbeschloß daher, eine günstige Gelegenheit abzuwarten, das Ge-heimniß bei einer Zusammenkunft zwischen Ludwig und Karlzu entdecken, welche sich freilich nicht bald zeigen zu könnenschien, da beide kein großes Gefallen an dem Zwange fanden,den Jedem des Andern Gesellschaft auflegte.

Unterdessen ging der Marsch weiter und die Verbündetenbetraten bald das Gebiet von Lüttich. Hier zeigten die bur-gundischcn Truppen, wenigstens ein Theil derselben, der ausjenen Banden bestand, welche den Namen bleorclieurs oderSchinder bekommen hatten, durch die schlechte Behandlung, diesie unter dem Vorwände, den Tod des Bischoffs zu rächen,den Einwohnern widerfahren ließen, daß sie diesen Ehrenna-men wohl verdienten. Ihr Benehmen war aber für die SacheKarls von Nachthcil; die geplagten Einwohner, welche sichaußerdem passiv im Kampfe verhalten haben würden, ergriffenjetzt die Waffen zur Veriheidigung, und Hielien den Zug desHeeres auf, indem sie kleine Truppe abschnitten und sich imAngesicht des tzaupiheeres in die Stadt zurückzogen und sodie Zahl und Verzweiflung derjenigen vermehrten, welche ent-schlossen waren, sie zu vertheidigen. Die Franzosen, gering anZahl, aber ausgewählte Truppen des Landes, hielten sich, ge-mäß der Befehle des Königs, immer zu ihren Fahne» undbeobachteten die strengste Mannszucht; ein Kontrast, welcherKarls Argwohn verstärkte, der nicht umhin konnte, zu bemer-ken, daß sich Ludwigs Truppen mehr so benähmen, als ob sie