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„Diese sind nicht vernachlässigt worden," sagte der Herzogvon Burgund; „Cri'vecocur hat sich mit dem Herzog von Or-leans besprochen, und findet ihn (seltsam genug) so gleichgil-tig gegen die Ehre eine königliche Braut zu heirathen, daßer dem Vorschläge, sich mit der Gräfin von Crope zu verbin-den, willig beistimmte, weil es der freundlichste und väter-lichste sei, den man ihm gemacht habe "
„Er ist höchst unhöflich und undankbar," sagte Ludwig;„aber es geschieht Alles nach Eurem Willen, Vetter; voraus-gesetzt, daß Ihr die Sache mit Zustimmung von beiden Seitenzu Stande bringen könnt."
„Fürchtet nichts," sagte der Herzog; und wenige Minutenspäter, nachdem die Angelegenheit besprochen worden war,wurde der Herzog von Orleans und die Gräfin von Croye,die letztere, wie vorher, von der Gräfin von Cri'vecocur undder Aebtisfin des Ursulinerklosters begleitet, vor die Fürstengerufen, wo sie aus dem Munde Karls von Burgund, ohnedaß der König, welcher schweigend und mißmuthig wegen desverminderten Einflusses da saß, widersprach, die Nachricht ver-nahmen, daß die Weisheit beider Fürsten ihre Vermählungbeschlossen habe, um das Bündniß zu befestigen, welches vonjetzt an stets zwischen Frankreich und Burgund bestehen solle-Es fiel dem Herzog von Orleans sehr schwer, die Freudezu unterdrücken, die er bei diesem Vorschläge empfand, unddie er gleichwohl in Ludwigs Gegenwart aus Zartgefühl ver-bergen mußte; seine natürliche ehrerbietige Scheu vor diesemMonarchen machte ihn fähig, sein Entzücken in so weit zuzügeln, daß er nur antwortete, seine Pflicht nöthige ihn, seineWahl der Verfügung seines Souverains zu unterwerfen.
„Lieber Vetter von Orleans," sagte Ludwig mit düstcrmErnst, „da ich einmal bei einer so unangenehmen Gelegenheit