Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
179
Einzelbild herunterladen
 

Nachgiebigkeit dadurck schadlos zu halten, daß er seiner rach-süchtigen Neigung gegen Value Raum gab, dessen Rathschlägeihn verleitet hatten, ein so übertriebenes Vertrauen auf denHerzog von Burgund zu setzen. Tristan, der den Befehl zumAufbruch seiner Hilfstruppen überbrachte, hatte zugleich Auf-trag, den Cardinal nach dem Schlosse Locbes zu führen undihn dort in einen jener eisernen Käfige zu sperren, die er sel-ber erfunden haben soll.

Laßt ihn seine eigenen Erfindungen versuchen," sagte derKönig;er ist ein Mann der heiligen Kirche wir wollensein Blut nicht vergießen; aber, pssgues Vien! sein Bisthumsoll für die nächsten zehn Jahre eine unbezwingliche Gränzefür seinen kleinen Umfang erhalten! Sorg' auch dafür, daßdie Truppen sogleich aufbrechen."

Vielleicht hoffte der König durch diese schnelle Bereitwillig-keit der unangenehmen, Bedingung zu entgehen, mit welcherder Herzog ihre Versöhnung verknüpft hatte- Aber wenn erso hoffte, so verkannte er den Charakter seines Vetters gänz-lich; denn nie beharrte ein Mann hartnäckiger bei seinem Vor-sätze, als Karl von Burgund, und am allerwenigsten war erwillens, eine Bedingung zu mildern, die er im Unwillen, imGefühle der Rache oder vermeintlicher Beleidigung festgesetzthatte.

Kaum war die nöthige Botschaft abgcsendet, um die Trup-pen, welche als Hilfsvolk dienen sollten, herbeizurufen, alsauch schon Ludwig von seinem Wirthe aufgefordert ward,öffentlich seine Zustimmung zu der Vermählung des Herzogsvon Orleans und der Isabelle von Crope zu geben. Der Kö-nig versprach cs mit einem schweren Seufzer und fügte gleichdarauf noch eine Bemerkung hinzu in Bezug auf die Noth-wendigkeit, die Wünsche des Herzogs selbst zu berücksichtigen.