Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
164
Einzelbild herunterladen
 

164

Nebenbuhler nicht enthalten konnte, mit einem freundliche»Blicke zu ihm zu sagen:

O, Ludwig, Ludwig! wollte Gott du wärest als Monarchso getreu, als du lustig als Gesellschafter bist! Ich kann nichtumhin, oft an die fröhliche Zeit zu denken, die wir zusammenverlebten."

Ihr könnt sie zurückbringcn, wenn Ihr wollt," sagte Lud-wig;ich will Euch so gute Bedingungen bewilligen, als Ihrin meiner fetzigen Lage nur immer verlangen könnt, ohne Euchzur Fabel der Christenheit zu machen; und daß ich sie haltenwerde, will ich auf der Reliquie beschwören, die ich das Glückhabe immer bei mir zu tragen, sie ist ein Stück des ächtenKreuzes."

Hier zog er ein kleines goldenes Reliquienkastchen hervor,welches er an einer Kette vom nämlichen Metall unter demGewände trug, und nachdem er cs andächtig geküßt hatte, fuhrer fort:

Bei dieser -eiligen Reliquie ward nie ein falscher Eidgeschworen, der nicht binnen Jahresfrist gerächt worden wäre."

Aber," sagte der Herzog,es war das nämliche, bei wel-chem Ihr mir Freundschaft schwurt, als Ihr Burgund verließt,und kurz nachher sandtet Ihr den Bastard von Rubempr« ab,um mich zu morden oder zu entführen."

Ei, liebster Vetter, nun rührt Ihr alle die alten Beschwer-den wieder auf," sagte der König;ich versichere Euch, daßIhr in dieser Sache getäuscht wurdet. Ueberdics schwur ichdamals nicht bei dieser Reliquie, sondern bei einem andernStück des heiligen Kreuzes, welches ich vom Großherrn em-pfing und das wahrscheinlich durch den Aufenthalt unter denUngläubigen an Kraft verloren hatte. Und brach nicht auchbinnen Jahresfrist der Krieg des öffentlichen Wohls aus?