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Der Rouge Sanglier") zeigte sich als ein treffliches Jagd-wild; denn, vom Schrecken beflügelt und mit einem halbenDutzend wilder Hetzhunde an den Fersen, die durch Hörner-schall und Waidmannsruf ermuntert wurden, floh er mit Win-desschnelle, und wäre ihm nicht sein Heroldskleid hinderlichgewesen (für eine« Renner kann es kein schlechteres geben,)so möchte er den Hunden wohl entkommen sein; auch wechselteer ein- oder zweimal die Richtung auf eine Weise, die dengroßen Beifall der Zuschauer erwarb. Keiner von Allen, janicht einmal Karl, ergötzte sich so an der Jagd, als König Lud-wig, der, theils aus politischen Rücksichten, theils aus natürlichemWohlgefallen am Anblicke menschlicher Leiden, wenn sie einelächerliche Seite darboten, so sehr lachte, daß ihm die Augenübergingen, und im Ausbruche des Entzückens den Hermelin-mantel des Herzogs faßte, als ob er sich daran stützen wollte;während der Herzog, nicht minder erfreut, seinen Arm umdes Königs Schultern schlang, so daß sie eine wechselseitigeSympathie und Vertraulichkeit an den Tag legten, die sehrvon den Verhältnissen verschieden war, worin sie eben erst zueinander gestanden hatten.
Endlich konnte die Eile des Pseudoherolds diesen nicht län-ger vor den Fängen seiner Verfolger retten; sie erfaßten ihn,warfen ihn nieder, und würden ihn wahrscheinlich bald erwürgthaben, hätte der Herzog nicht gerufen: »halt! die Hunde zu-rück! — er ist so gut gelaufen, daß er, obwohl er den Hundennicht entging, doch nicht sterben soll."
Mehrere Diener beeilten sich alsbald, die Hunde zurückzu-halten, und man sah, wie sie eilig festkoppelten und andere ver-folgten, welche, die zerfetzten Fragmente des gemalten und
°") Der rothe Eber.