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Streich an dem gebildeten burgundischcn Hofe unentdeckt blei-ben werde."
„Sende ihn, wer da wolle," sagte der Herzog zornig, „ersoll in schlimmem Zustande heimkehren. — Hier! schleppt ihnnach dem Markte! — geiselt ihn mit Pferdezäumen und Hunde-peitschen, bis der Waffenrock in Fetzen um ihn hängt! — Aufden Rouge Sanglier! — oa — so! halloh, halloh!"
Vier oder fünf große Jagdhunde, wie man sie auf den vonRubens und Schneiders gemeinschaftlich gemalten Jagdstückensieht, vernahmen die wohlbekannten Töne, mit welchen derHerzog seine Rede schloß, und begannen zu heulen und zu bellen,als ob ein Eber wirklich aus seinem Lager aufgescheucht wäre.
„Beim heiligen Kreuz!" sagte König Ludwig, der sich be-mühte in die Laune seines gefährlichen Vetters einzugehen, ,„da der Esel des Ebers Haut angelegt hat, so würd' ich dieHunde auf ihn Hetzen, um ihn herauszubeißen."
„Recht! recht!" rief Herzog Karl, zu dessen Stimmung die-ser Einfall trefflich paßte, — „so soll es geschehn! — koppeltdie Hunde los! — Hallo Talbot! hallo Beaumont! — Wirwollen ihn Hetzen von der Schloßpforte bis zum Ostthore."
»Ich hoffe, Eure Hoheit werde mich wie ein jagdbaresThier behandeln," sagte der Mensch, die beste Miene zumbösen Spiele machend, „und mir das Waldrecht »erstatten?"
„Du bist nur ein Gewürm," sagte der Herzog, „und ver-dienst nicht, nach den Jagdgesetzen behandelt zu werden; trotz-dem sollst du sechzig Schritt Vorsprung haben, wär' es auchnur deiner beispiellosen Unverschämtheit wegen. — Auf, auf,ihr Herren! — wir wollen diese Jagd anschen! — Sonachlöste sich die Rathsversammlung tumultuarisch auf und alle eil-ten, am schnellsten aber die beiden Fürsten, um die humaneAugenweide zu genießen, welche König Ludwig angegeben hatte.
Quentin Durwnrd. III. 11