Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
148
Einzelbild herunterladen
 

148

Folgtet Ihr diesen Instructionen buchstäblich, Soldat?"sagte der Herzog.

Nein, mit Ew. Hoheit Erlaubniß, erwiderte Quentin.Sie befahlen mir, wie Ihr ersehen könnt, bei Namur überdie Maas zu gehn; ick blieb aber auf dem linken Ufer, weildies der nähere und sicherere Weg nach Lüttich war."

Und weßhalb diese Aendcrung?" sagte der Herzog.

Weil mir die Treue meines Wegweisers verdächtig vor-kam," antwortete Quentin.

Nun merkt auf die Fragen, die ich Euch zunächst vorle-gen werde," sagte der Herzog.Beantwortet sie aufrichtig undfürchtet den Unwillen keines Menschen. Wenn du aber stockstoder zweideutig in deinen Antworten bist, so laß ich dich le-bendig an einer eisernen Kette am Thurine des Rathhausesaufhängen, wo du den Tod manche Stunde ersehnen sollst, eh'er kommt, dich zu erlösen."

Hier folgte eine tiefe Stille. Endlich, nachdem er, seinerMeinung nach, dem Jüngling Zeit gelassen hatte, die Umstandezu erwägen, unter welchen er sich befand, verlangte der Her-zog von Durward zu wissen, wer sein Wegweiser war, vonwem er ihn erhalten, und warum er Argwohn gegen densel-ben gehegt habe? Die erste dieser Fragen beantwortete Quen-tin Durward, indem er Hayraddin Maugrabin, den Zigeuner,nannte; die zweite: daß ihm der Wegweiser durch Tristanl'Hermite empfohlen worden war; und zur Beantwortung desdritten Punktes erwähnte er, was sich im Frauciscanerklosterbei Namur ereignet hatte, wie der Zigeuner aus dem heiligenHause getrieben worden war, und wie er selbst, Durward,sein Betragen beargwöhnend, ihm dann zu einem Stelldicheinmit einem Lanzknechte Wilhelms von der Mark nachgeschlichensei, wo er die Besprechung eines Planes belauscht habe, wie