Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
147
Einzelbild herunterladen
 

um so mehr, da Niemand leicht glauben konnte, daß der schlaueLudwig einen so jungen Mann zur Vollziehung politischer Jn-triguen erlesen haben möchte; und so zog der König, in diesemwie in andern Fällen, beträchtlichen Vortheil aus der seltsa-men Wahl seiner Agenten, sowohl was ihr Alter als ihrenStand betraf, wodurch eine solche Wahl wenigstens unwahr-scheinlich erscheinen mußte. Auf Befehl des Herzogs, welchemauch der König beistimmtc, begann Quentin die Erzählung vonseiner Reise mit den Damen von Crope bis in die Nähe vonLüttich, nachdem er eine Nachricht von König Ludwigs Instruc-tionen vorausgeschickt hatte, welche dahin lauteten, die Damenwohlbehalten nach dem Schlosse des Bischofs zu geleiten.

Und Ihr gehorchtet meinen Befehlen?" sagte der König.

Ich that es, Sire," erwiderte der Schotte.

Ihr übergeht einen Umstand," sagte der Herzog.Ihrwurdet im Walde von zwei irrenden Rittern angehalten."

Es kommt mir nicht zu, mich dieses Vorfalls zu erinnern,noch seiner zu erwähnen," sagte der Jüngling, bescheiden er-röthcnd.

Aber m i r kommt es nicht zu, ihn zu vergessen," sagte der Her-zog von Orleans.Dieser Jüngling vollzog seinen Auftragmännlich, und that seine Pflicht auf eine Weise, deren ich langegedenken werde. Kommt auf mein Zimmer, Bogenschütz, wenndiese Angelegenheit beendigt ist, und Ihr sollt erfahren, daß ichEuer tapfres Betragen nicht vergessen habe: ich freue mich jetzt,zu sehen, daß demselben auch deine Bescheidenheit gleichkommt."

Auch zu mir kommt," sagte Dunois.Ich habe einen Helmfür Euch, denn mich dünkt, ich bin Euch einen schuldig." Quen-tin verbeugte sich vor beiden und die Untersuchung ging weiter.Auf Befehl des Herzogs Karl zeigte er die schriftlichen In-structionen vor, die er für die Reise erhalten hatte.