Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
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bin, mich schutzlos in die Gewalt des Herzogs von Burgund bege-ben sollte, während ich Verrath gegen ihn schmiedete, dernothwen-dig entdeckt werden müßte, und, einmal entdeckt, mich dahinbrächte, wo ich jetzt bin, in die Gewalt eines mit Recht erbittertenFürsten ? Die Narrheit eines Mannes, der sich ruhig auf eine Minesetzte, nachdem er die Lunte, die sofortige Erplofion hervorbringenmuH, bereits angezündet, würde, mit der meinigen verglichen,Weisheit heißen können. Ich zweifele nicht, daß unter den Rädels-führern bei dem abscheulichen Berrathe zuSchönwald Schurken ge-wesen sind, die meinen Namen mißbrauchten aber soll ich diesverantworten, derich ihnen das Rcchtdazunichtverlieh? Wennzwei thörichte Frauen, unmuthig wegen irgend einer romantischenAffaire, Zuflucht an meinem Hofe suchten, folgt daraus, daß siedies zufolge meines Rathes thaten? Die weitere Untersuchungwird zeigen, daß ich, da mir Ehre und Ritterpflicht verboten, siealsGefangeneanden burgundischenHofzurückzusenden,(was mir,wie ich glaube, keiner der gegenwärtigen Ordensträger gerathenhaben würde,) daß ich diesemZiele so nahe als möglich kam, indemich sie den Händen des ehrwürdigen Vaters in Gott übersandte, dernun ein Heiliger im Himmel ist." Hier schien Ludwig sehr ge-rührt und drückte sein Laschentuch vor die Augen. »Den Hän-den, sag' ich, eines Gliedes meiner eignen Familie, und noch nä-her verwandt mit der burgundischen, dessen Stellung, eine hohekirchliche Stellung, und ach! dessen zahlreiche Tugenden ihn wohlgeeignet machten zu einemBeschützer dicser unglücklichenFlüchtlingefür eine kleine Zeit, und zu einem Vermittler zwischen ihnen undihrem Lehensherrn. Ich sage daher, daß die einzigen Umstände,welche bei der vorschnellen Betrachtung dieses Gegenstandes mei-nem Bruder von Burgund den unwürdigen Verdacht gegen micheinzuflößen scheinen, von der Art sind, das sie von den besten undehrenhaftesten Beweggründen hergeleitet werden können; desglei-