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„Fürchtet nichts, edle Dame," sagte Quentin in traurigemTone; „hier ist nicht der Ort, wo ich den weiten Raum ver-gessen könnte, den das Schicksal zwischen uns gelegt hat, oderwo ich Euch dem Tadel Eurer stolzen Verwandten aussetzenwürde, dafür, daß Ihr von einem Manne innig geliebt wer-det, der ärmer und minder mächtig — aber vielleicht nichtvon minder edler Geburt als jene ist. Laßt das wie einenTraum der Nacht für Alle dahinschwinden, außer für ein Herz,wo es, obwohl nur ein Traumgebild, doch alle Wirklichkeitenüberbieten wird."
„Still! still!" sagte Isabelle; „um Eurer selbst — ummeinetwillen, — schweigt von solchen Dingen. Sagt mir lie-ber, was Ihr von mir zu verlangen habt-"
„Verzeihung für einen Mann," erwiderte Quentin, „dersich, aus selbstsüchtigen Abfichten, wie Euer Feind betragen bat."
»Ich hoffe, allen meinen Feinden zu verzeih«," antworteteIsabelle; „doch ach! Durward! In welchen Scenen hat michEuer Muth und Eure Geistesgegenwart beschützt! — Jene blu-tige Halle — der gute Bischof — erst gestern wurden mir dieAbscheulichkeiten erzählt, von denen ich unbewußt Zeuge war!"
„Denkt nicht daran," sagte Quentin, welcher bemerkte, wiedie vorübergehende Röthe, die während des Gesprächs ihreWangen überzogen hatte, jetzt einer Todtenblässe wich —„schaut nicht rückwärts, sondern blickt beständig vorwärts, wiees für diejenigen nöthig ist, die auf einer gefährlichen Straßewandeln. Hört mich an. König Ludwig verdient von Euchmehr, denn von allen andern, als der ränkevolle, hinterlistigePolitiker dargestellt zu werden, der er wirklich ist. Aber ihnals Anstifter Eurer Flucht, und noch mehr als Urheber einesPlans, Euch Wilhelm von der Mark in die Hände zu spielen,darzustellcn, würde in diesem Augenblicke vielleicht des Königs