Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
128
Einzelbild herunterladen
 

gekränkt durch die Bemerkung, daß seineLeidenschaft von allen er-fahrnen Leuten für albern angesehn ward, folgte Durward demLord Crawford schweigend zum Ursulinenkloster, wo die Gräfinwohnte, und wo er im Sprachzimmcr den Grafen von Crö-vecoeur fand.

Also, junger Held," sagte der letztere im strengen Tone,müßt Ihr die schöne Gefährtin Eures romantischen Zugesnoch einmal sehen, wie es scheint?"

Ja, Herr Graf!" antwortete Quentin fest;und wasnoch mehr ist, ich muß fie allein sehn."

Das soll nie geschehn," sagte Graf Crövecoeur- -LordCrawford, urtheilt selbst. Diese junge Dame, die Tochter meinesaltenHreundes und Waffengesährtcn, die reichste Erbin in Bur-gund, gestand eine Art von was wollt' ich doch sagen! kurz,fie ist eine Thörin, und Euer Kriegsmann hier ein anmaßenderGeck mit einem Wort, fie dürfen einander nicht allein sehn."

Dann wcrd' ich nicht ein einziges Wort zur Gräfin inEurer Gegenwart sagen," antwortete Quentin, sehr erfreut.Ihr habt mir mehr gesagt, als ich, bei all' meiner Anmaßung,zu hoffen gewagt hätte." -

Ja freilich, mein Freund," sagte Crawford.Ihr wäretunvorsichtig in Euren Aeußcrungen; und, da Ihr mein Urtheilverlangt, so geht da durch's Sprachzimmer ein gutes starkesEisengitter, dem, möcht' ich Euch rathen, könntet Ihr vertrauen;laßt sie mit ihren Zungen das Schlimmste thun. Wie, Mann!das Leben eines Königs und überdies vieler Tausende solltegegen das Geschwätz in die Wagschale kommen, welches binneneiner Minute zwischen zwei jungen Wesen statt finden kann?"

Mit diesen Worten zog er Crevecoeur hinweg, der sehrwiderstrebend folgte, und beim Fortgehen manch' zornigenBlick auf den jungen Bogenschützen warf.