verleitete, den Dienst Karls mit dem Ludwigs!zu vertauschen, sobegnügte er sich doch im gegenwärtigen Moment, nur einige allge-meine Winke in Bezug aufseine Hinneigung zuFrankreich fallen zulassen, von denen er wußte, daß sie der König wohl zu deuten ver-stehe- Und in der That würde es ungerecht sein, das Andenken die-ses trefflichen Historikers mit der Beschuldigung zu beflecken, alshabe er bei dieser Gelegenheit seinePflicht gegen seinen Herrn ver-letzt, wiewohl er jetzt sicherlich weit günstigere Gesinnungen gegenLudwig hegte, als in dem Augenblicke, da er das Zimmer betrat.
Er zwang sich über die von Ludwig mitgetheilte Anekdote zulachen und fügte dann hinzu: „ich hätte nicht geglaubt, daß derHerzog einen so unbedeutenden Scherz so lange im Gedächtniß be-halten könne, um ihn der Wiedercrzählung werth zu halten. Esfand so etwas Aehnliches mit Stiefelausziehen statt, und Ew. Ma-jestät weiß ja, daß der Herzog grobe Späße gern hat; aber seinGedächtniß hat die Sache etwas übertrieben. Uebergehen wir sie."
„Ja, übergehen wir's," sagte der König; „es ist in der Thateine Schmach, daß wir uns auch nur eine Minute dabei aufhielten.— Und nun, Herr Philipp, hoff ich, daß Ihr in so weit ein Fran-zose seid, um mir Euren besten Rath in diesen schwierigen Din-gen zu geben. Ihr habt, das weiß ich wohl, den Knäuel zumLabprinthe, wenn Ihr ihn nur mittheilcn wollt."
„Ew- Majestät hat über meinen besten Rath und Dienst zubefehlen," erwiderte Comines, „mit stetem Vorbehalt der Pflichtgegen meinen eignen Herrn."
Dies war fast dasselbe, was der Hofmann vorher erklärt hatte;aber er wiederholte es jetzt in einem so verschiedenen Tone, daßLudwig, der bei der frühern Erklärung die Pflichten gegen Bur-gund allem andern vorgezoaen sah,nun deutlich bemerkte, daß derNachdruck der Worte ein am>erer war, und daß der Sprecher jetztgrößeres Gewicht auf den verheißenen Rath legte,als auf die nach-