Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
109
Einzelbild herunterladen
 

1«9

unangenehm zu hören sein muß. Aber der Inhalt Eurer Antwortwar, daß ich Unmöglichkeiten ausgesprochen habe dies berührtmeine Ehre; dennoch müßte ich die Beschuldigung hinnehmen,wenn ich Euch nicht die Umstände sagte, die der Herzog, lachend bisihm die Augen übergingen, als den Ursprung dieses Schimpfna-mens angab, durch dessen Wiederholung ich Euer Ohr nicht belei-digen will. Es verhielt sich also folgendermaßen. Ihr, Herr Phi-lipp von Comines wäret auf einerJagdpartie mit dem Herzog vonBurgund, Eurem Herrn, begriffen; nach der Rückkehr von derJagd nahm er Eure Dienste beim Stiefelausziehen in Anspruch.Da er vielleicht in Eurem Blicke einen natürlichen Unwillen überdiese entwürdigende Behandlung las, so befahl auch er Euch, einenStuhl einzunehmen und erwies Euch denselben Dienst, den er vonEuch empfangen hatte- Aber dadurch beleidigt, daß Ihr ihn buch-stäblich verstandet, hatte er kaum einen Eurer Stiefel ausgezogen,als er Euch heftig damit an den Kopf schlug, bis das Blut darnachfloß, und zugleich schalt er die Unverschämtheit eines Unterthanen,der anmaßend genug sei, einen solchen Dienst von der Hand seinesFürsten anzunehmen; und seitdem pflegte er, oder sein privilegir-ter Narr, der Glorieur, Euch den abgeschmackten und lächerlichenNamen löte batte beizulegcn, und so machte Euch der Herzog zumGegenstände eines seiner gemeinsten Späße."

Indem Ludwig so sprach, hatte er das doppelte Vergnügen,nicht nur die Person, die er anredcte, im Innersten zu verletzen,(eine Handlungsweise, die ihn stets ergötzte, selbst wenn er nicht,wie im gegenwärtigen Falle, die Entschuldigung hatte, daß er nurzur Wiedervergeltung so verfahre,) sondern auch zu bemerken, daßer endlich eineStelle in Comines Charakter entdeckt habe, die diesenallmälig von den Interessen Burgunds zu denen Frankreichs hin-lenken könne- Aber obwohl der tieftUi^ville, den der beleidigte Höf-ling gegen seinen Herrn unterhielt,.ihn in einer spätern Periode