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6 (1851) Quentin Durward
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deshalb in Gefahr, weil ich zu viel Vertrauen auf meinen Va-sallen setzte? und kann die Lehenstreue irgend einem heiligersein als mir, dessen Sicherheit einzig von derselben abhängt? Nein, Philipp von ComineS fahre fort, Karl von Burgundzu dienen; und am besten werdet Ihr ihm dienen, wenn Ihreinen billigen Vertrag mit Ludwig von Frankreich zu Standebringt. Thut Jhr das, so werdet Ihr uns beiden dienen, undzum mindesten einer wird dankbar sein. Ich höre, daß Eure Be-soldung an diesem Hofe kaum der des Großfalconiers gleichkommt; und sonach sind die Dienste des weisesten Rathes in Eu-ropa gleichgestellt, oder vielmehr untergeordnet denen eines Men-schen, welcher Falken füttert und aufzieht! Frankreich hat eingroßes Gebiet und sein König hat viel Gold. Erlaube mir,mein Freund, jene ärgerliche Ungleichheit in Ordnung zu drin-gen. Die Mittel liegen nahe gestatte mir, sie anzuwenden."

Der König bot eine gewichtige Geldbörse dar; aber Co-mines, zartfühlender, als die meisten Höflinge seiner Zeit, lehntedas Anerbieten ab, indem er erklärte, daß er mit der Frei-gebigkeit seines angestammten Fürsten völlig zufrieden sei, undzugleich versicherte er Ludwig, daß sein Wunsch, ihm zu die-nen, durch die Annahme eines solchen ihm gebotenen Geschen-kes nicht gesteigert werden könnte.

Seltener Mann!" rief der König; »laß mich den einzigenHofmann seiner Zeit umarmen, der zugleich klug und unbe-stechlich ist. Weisheit ist des Wunsches würdiger, als reines Gold;und glaube mir, Philipp, ich hoffe von deiner Freundschaft indieser bedenklichen Lage mehr, als von der erkauften Hilfe soMancher, die meine Gabe empfangen haben. Ich weiß, das IhrEurem Herrn nicht rathen werdet, eine solche Gelegenheit zumißbrauchen, die ihm das Glück, und, um offen zu reden, Co-mincs, meine eigene Thorheit ihm dargeboten hat."