und benahm sich wie ein Mensch, dessen Wuth im Wahnsinnendigen will- Allmälig ward er gefaßter und begann von Zeitzu Zeit Berathungen mit seinen Ministern zu halten, in denenmehr vorgeschlagen als beschlossen ward. Comines versichertuns, daß einmal bereits ein Courier zu Pferde saß, um denHerzog von der Normandie herbeizurusen; und in diesem Fallewürde das Gefängniß des französischen Monarchen wahrschein-lich, wie in ähnlichen Fällen, nur eine kurze Straße zum Grabegeworden sein.
In andern Augenblicken, wenn Karl seine Wuth erschöpfthatte, saß er wieder mit düstern, starren und unbeweglichenZügen da, gleich Einem, der über einer verzweifelten Thatbrütet, wozu er sich doch gleichwohl nicht fest entschließen kann.Und unstreitig hätte es nur eines hinterlistigen Winkes von einemder Räthe, die seine Person umgaben, bedurft, um den Herzogzu einer sehr verzweifelten That anzutreiben. Aber die EdelnBurgunds, welche die Unverletzlichkeit der Person eines Königsund Oberlehensherrn, so wie öffentliche Treu' und Glauben über-haupt, insbesondere aber bei ihrem Herzog berücksichtigten, welchedieser doch zum Pfände gesetzt hatte, als sich Ludwig in seineGewalt begab, waren fast einstimmig geneigt, gemäßigte Maß-regeln zu empfehlen; und die Vernunftgrunde, welche D'Hpm-bercourt und Comines dann und wann während der Nacht an-zuführen wagten, wurden in den ruhigern Stunden des nächstenMorgens von Crevccoeur und Andern noch eindringlicher wieder-holt und gefördert. Möglich, daß ihr Eifer zu Gunsten des Kö-nigs nicht ganz uneigennützig war. Viele hatten, wie wir be-reits erwähnten, die Freigebigkeit des Königs bereits erfahren;Andere batten entweder Güter oder Ansprüche in Frankreich,welche sie zum Theil unter seinen Einfluß stellten; und es istgewiß, daß der Schatz, welchen vier Maulthicre trugen, als der