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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
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bereit zu machen, sondern brachte die Nacht unter einer Auf-einanderfolge der heftigsten Ausbrüche seiner Leidenschaft zu-In einigen solchen Anfällen sprach er zu seinen Gefährten inso heftigem Redeflüsse, daß sie fast fürchteten, er möge wirklichvon Sinnen kommen; er sprach von den Verdiensten und derFreundschaft des ermordeten Bischofs von Lüttich, und er-wähnte all die Beispiele von gegenseitiger Freundlichkeit, Zu-neigung und Vertrauen, die zwischen ihnen stattgefunden, biser endlich so sehr von seinem Grame überwältigt ward, daßer sich auf sein Angesicht auf's Lager warf, und unter demSchluchzen und den Thränen, die er zu unterdrücken strebte,fast zu ersticken schien. Dann fuhr er vom Lager empor, über-ließ sich nochmals der heftigsten Wuth, schritt hastig im Gemachhin und her, unzusammenhängende Drohungen auSstoßcnd undeben so unzusammenhängende Racheschwüre, während er, nachseiner gewöhnlichen Weise, mit dem Fuße stampfend, St. Geor-gen, St. Andreas und wen er sonst noch heilig hielt, zu Zeu-gen anrief, daß er blutige Rache nehmen wolle an Wilhelmvon der Mark, an dem Lütticher Volke und an ihm, der derUrheber des Ganzen war. Diese letzten Drohworte, dunklerals die übrigen ausgesprochen, bezogen sich natürlich auf diePerson des Königs; und zu gleicher Zeit äußerte der Herzogseinen Entschluß, nach dem Herzog von der Normandie, demBruder des Königs, zu senden, mit welchem Ludwig in schlim-men Verhältnissen stand, um den gefangenen Monarchen zuzwingen, entweder die Krone selbst zu übergeben, oder einigeihrer vorzüglichsten Rechte und Einkünfte-

Noch ein Tag und eine Nacht vergingen unter denselbenstürmischen und krankhaften Betrachtungen, oder vielmehr plötz-lichen leidenschaftlichen Erregungen; denn der Herzog undtrank fast gar nicht, wechselte seine Kleidung kein einziges Mal