Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
89
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geduldig sein, zumal da mein Zorn nur meine Ohnmacht anden Tag legen kann? Also sage mir aufrichtig habt Ihrmich zum Narren gehabt? oder ist Eure Wissenschaft acht, undes ist wahr, was Ihr sagtet?"

Ew. Majestät wird mir vergeben," sagte Galcotti,wennich darauf weiter nichts antworte, als daß nur die Zeit Zeitund Erfolg die Ungläubigkeit besiegen wird. Es würde sichschlecht mit der ehrenvollen Stelle vertragen, die ich im ge-heimen Rathe des berühmten Helden Matthias Corvinus vonUngarn ja, im Kabinete des Kaisers selbst cinnahm,wenn ich die Versicherungen der Wahrheit dessen, was ich sagte,wiederholen wollte- Wenn Ihr mir nicht glaubt, so kann ichmich nur auf den AuSgang der Ereignisse beziehen- Ein Tag,oder zwei Tage Geduld wird bewähren oder widerlegen, wasich in Bezug auf den jungen Schotten versicherte; und gernwill ich auf dem Rade sterben und meine Glieder Stück umStück zerbrechen lassen, wenn Eure Majestät nicht in einemhohen Grade von dem unerschrockenen Benehmen des jungenSchotten Vortheil erlangt- Aber wenn ich unter solchen Qualensterben sollte, so mag sich Ew. Majestät nur nach einem Beicht-vater umsehn; denn von meinem letzten Todesseufzer an ge-rechnet, bleiben Euch nur vierundzwanzig Stunden zu Beichteund Buße-"

Ludwig fuhr fort, Galeotti's Kleid fest zu halten, währender ihn nach der Thüre führte, und rief, während er sie öffnete,mit lauter Stimme:Morgen wollen wir weiter hiervonsprechen. Geh' in Frieden, mein gelehrter Vater. Geh' inFrieden Geh' in Frieden!"

Er wiederholte diese Worte dreimal; und immer noch fürch-tend, der Generalprofoß möchte seine Absicht mißdeuten, führteer den Astrologen in die Halle, sein Kleid festhaltend, als be-