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„Wisse denn, o König," sagte Martins, „daß ich nur soviel mit Bestimmtheit von meinem eignen Tode sagen kann,daß er genau vierundzwanzig Stunden vor dem Eurer Maje-stät stattfinden wird."
„Ha! meinst du?" sagte Ludwig, sein Gesicht wieder verän-dernd. — „Halt! halt! Geh nicht — wart' einen Augenblick.
— Sagtest du, mein Tod solle deinem so schnell folgen?"
„Binnen vierundzwanzig Stunden," wiederholte Galeotti
fest, „wofern nur ein Funke wahrer Prophezeiung in jenenHellen und geheimnißvollen Kundgebungen liegt, die sich ohneZunge aussprechen. — Ich wünsche Eurer Majestät wohl zu ruhn."
„Halt, halt — geh' nicht," sagte der König, ihn beim Armnehmend und von der Thüre führend- „Martins Galeotti, ichbin dir ein freundlicher Herr gewesen — habe dich reich ge-macht — dich zu meinem Freund, meinem Gefährten gemacht
— zum Lehrer meiner Studien. — Sei offen mit mir, ich bittedich-— Ist wirklich etwas an Eurer Kunst? — Wird die Sen-dung dieses Schotten wirklich günstig für mich enden? — undist das Maß unserer Lebenszeit so sehr — so sehr übereinstim-mend? — Gesteh', guter Martins, du sprichst nur nach einemdeiner Kunstgriffe. — Gesteh', ich bitte dich, und du sollst keineUngnade von mir erfahren- Ich bin bejahrt, ein Gefangener —wahrscheinlich eines Königreichs beraubt — einem, der in meinerLage, gilt Wahrheit so viel wie Königreiche — und cs liegt andir, liebster Martins, mir dies unschätzbare Juwel zu ver-schaffen."
„Und ich habe cs vor Ew. Majestät dargelegt," sagte Ga-leotti, „auf die Gefahr, daß Ihr, in blinder Leidenschaft, michanfallen und vernichten könnt."
„Wer, ich, Galeotti?" erwiderte Ludwig mild; ach! du ver-kennst mich! — bin ich nicht gefangen, — und sollte ich nicht