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dessen Beharrlichkeit so fest, — schämst du dich nicht, vor demersten ungünstigen Blicke des Geschickes umzukehren, wie einFeiger vor dem ersten Waffengeklirr? — Nahmst du dir vor,der Geheimnisse theilhaft zu werden, welche die Menschen überdie Leidenschaften, über die Zufälle, Mühen und Sorgen desLebens erheben, eines Zustandes, den man nur gewinnt, in-dem man es der Charakterstärke der alten Stoiker gleich thut,und bebst du nun vor dem ersten Mißgeschick zurück, und ver-wirkst den rühmlichen Preis, um den du dich mit bewerbenwolltest, zurückgeschreckt von der Laufbahn, gleich einem Wett-renner, durch Schatten und eingebildete Uebel?"
„Schatten und eingebildet! Unverschämter, der du bist!"rief der König; „ist dieser Kerker eingebildet? — Die Waffender Wachen meines abscheulichen Feindes von Burgund, diedu am Thor klirren hörtest, sind das Schatten? — Welche,Verräther, sind wirkliche Uebel, wenn Gefangenschaft, Ent-thronung und Gefahr des Lebens keine sind?"
„Unwissenheit — Unwissenheit, mein Bruder, und Vorur-theil," antwortete der Weise mit großer Festigkeit, „sind dieeinzigen wirklichen Uebel. Glaube mir, daß Könige in ihrervölligen Macht, aber eingetaucht in Unwissenheit und Vorur-iheil, minder frei sind, als Weise im Kerker und mit wirkli-chen Ketten beladen. Zu dieser wahren Glückseligkeit Euch zuführen ist meine Sache — die Eure aber, meiner Anleitungzu folgen."
„Also zu solcher philosophischen Freiheit sollten mich deineLehren führen?" sagte der König im bittersten Tone- „Ichwollte, du hättest mir zu Plessis gesagt, daß die Gebiete, diedu mir so freigebig versprachst, in einer Herrschaft über meineLeidenschaften beständen; daß das Glück, welches vu mir ver-hießest, sich auf meine Fortschritte in der Philosophie bezog;