Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
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dessen Beharrlichkeit so fest, schämst du dich nicht, vor demersten ungünstigen Blicke des Geschickes umzukehren, wie einFeiger vor dem ersten Waffengeklirr? Nahmst du dir vor,der Geheimnisse theilhaft zu werden, welche die Menschen überdie Leidenschaften, über die Zufälle, Mühen und Sorgen desLebens erheben, eines Zustandes, den man nur gewinnt, in-dem man es der Charakterstärke der alten Stoiker gleich thut,und bebst du nun vor dem ersten Mißgeschick zurück, und ver-wirkst den rühmlichen Preis, um den du dich mit bewerbenwolltest, zurückgeschreckt von der Laufbahn, gleich einem Wett-renner, durch Schatten und eingebildete Uebel?"

Schatten und eingebildet! Unverschämter, der du bist!"rief der König;ist dieser Kerker eingebildet? Die Waffender Wachen meines abscheulichen Feindes von Burgund, diedu am Thor klirren hörtest, sind das Schatten? Welche,Verräther, sind wirkliche Uebel, wenn Gefangenschaft, Ent-thronung und Gefahr des Lebens keine sind?"

Unwissenheit Unwissenheit, mein Bruder, und Vorur-theil," antwortete der Weise mit großer Festigkeit,sind dieeinzigen wirklichen Uebel. Glaube mir, daß Könige in ihrervölligen Macht, aber eingetaucht in Unwissenheit und Vorur-iheil, minder frei sind, als Weise im Kerker und mit wirkli-chen Ketten beladen. Zu dieser wahren Glückseligkeit Euch zuführen ist meine Sache die Eure aber, meiner Anleitungzu folgen."

Also zu solcher philosophischen Freiheit sollten mich deineLehren führen?" sagte der König im bittersten Tone-Ichwollte, du hättest mir zu Plessis gesagt, daß die Gebiete, diedu mir so freigebig versprachst, in einer Herrschaft über meineLeidenschaften beständen; daß das Glück, welches vu mir ver-hießest, sich auf meine Fortschritte in der Philosophie bezog;