Handlung meines Lebens,ich wollt ihn »och stechen wie die sterbendeWespe, sollt' ich auch im nächsten Augenblick zermalmt werden!"
„Ich kenne deinen treuen Sinn," sagte der König, „so wiedas Vergnügen, welches du, wie andre gute Menschen, imVollbringen deiner Pflicht findest, da ja die Tugend, wie dieGelehrten sagen, ihr eigner Lohn ist. Doch setzt entferne dichund mache deine Priester des nahenden Opfers gewärtig."
„Wünscht Ihr, daß es in Eurer Gegenwart geschieht, meingnädigster Herr?" sagte Tristan.
Ludwig lehnte dies Anerbieten ab; aber er empfahl demGeneralprofoß, Alles für die pünktliche Ausführung seines Be-fehls in dem Augenblicke, wo der Astrolog sein Zimmer ver-lassen würde, bereit zu halten; „denn," sagte der König, „ichwill diesen Schuft noch einmal sehen, um zu beobachten, wieer sich gegen den Herrn benimmt, den er in diese Klemme ge-bracht hat. Ich werde mit Vergnügen das Gefühl des na-henden Todes die Farbe von seinen rothen Wangen scheuchenund das Auge trüben sehen, welches lachte, als cs log. —O, daß noch ein andrer mit ihm da wäre, dessen Rathschlägeseine Weissagungen unterstützten! Aber wenn ich dies überlebe— dann hütet Euren Scharlach, mein Herr Cardinal! dennRom soll dich wenig schützen — das sei gesagt mit Vergün-stigung St. Peters und unsrer gepriesenen Frau von Clery,welche lauter Barmherzigkeit ist- — Was zögert Ihr? Gehtund macht Eure Gehilfen bereit. Ich erwarte den Schurkenaugenblicklich. Ich flehe zum Himmel, daß er nicht Verdachtschöpfe und ausbleibe! — Das wäre fürwahr ein Strich durchdie Rechnung. An's Werk, Tristan — du warst sonst nie soträge, wenn es Geschäfte galt."
„Im Gegentheil, wenn Eure Majestät erlaubt, Ihr pfleg-tet immer zu sagen, ich sei zu schnell, mißverstände Eure Ab-